Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Es geht nicht um das Essen. Die Frucht ist nur Mittel zum Zweck.
Natürlich. Es ist ein Symbol für etwas.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Gut und böse sind letztendlich individuelle moralische Kategorien.
So ist die weltliche Praxis. Theologisch bzw. geistlich steht "gut" für die Orientierung an Gott (alias an dem Alles in Einem, also dem dialektikfreien Raum) während "böse" für die Orientierung an etwas anderem als Gott steht. Es kann nicht überraschen, dass in der PRaxis solche Begriffe ganz anders verwendet werden. Aktuell: Die USA sehen im Iran ein Glied der Achse des Bösen, während der Iran die USA als "Großen Satan" bezeichnet.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Das ist vergossene Milch und wenn Gott darüber auch so böse wäre, wärest du gar nicht mehr hier. Ansonsten hast du deine Aufgabe in diesem Leben noch nicht voll erfüllt.
Dazu gibt es eine schöne Szene in "Die Hütte". Der Mensch hört von Gott, dass er x nicht tun soll. Der Mensch tut es aber trotzdem. Danach bereut er es und geht zerknirscht zu Gott und fragt ihn, ob er darüber sauer sei. Gott antwortet darauf in etwa: "Traurig bin ich schon, aber ich freue mich auch. Denn ich weiß, dass Du x insgesamt 42 Mal falsch machen wirst - und jetzt bleiben nur noch 41 Mal".
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Das musst du mir mal bitte erklären.
Eltern (Analogie: Gott) sagen zu den Kindern "Ihr dürft nicht ins Schlafzimmer der Erwachsenen". Kinder sind bei Großeltern , kommen frühmorgens an die Schlafzimmertür der Großeltern, betreten aber nicht das Schlafzimmer. Großeltern fragen: "Warum kommt Ihr nicht rein ins (Erwachsenen-) Schlafzimmer?". Die Kinder: "Weil es die Eltern (Gott) verboten hat". Die Großeltern: "Nein - das ist bei uns nicht so gemeint. Die Aussage der Eltern gilt hier nicht". Damit erscheinen die Großeltern analog der Schlange, der die Kinder folgen, indem sie ins Zimmer eintreten (Analogie: Essen vom Baum)
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Das sehe ich auch so, wenn ich von einem allmächtigen Gott ausgehen darf.
Alles andere als "allmächtiger Gott" ist Kalauer.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Aber es redet einem immer einer rein.
Richtig - das ist die Welt. Aber das entspricht nicht dem christlichen Geist.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Ich verstehe nicht, warum du das als Sünde bezeichnest.
Per Definition. - Beispiel: Wenn ich Dich besuche, Deinen Geldbeutel aus der Schublade nehme, während Du mir gerade einen Kaffee machst, ist dies christlich gesehen "Sünde". In diesem Fall gilt dies analog auch juristisch. --- Wenn ich als Weichensteller die Wahl habe, einen Zug in eine Gruppe von 10 Leuten auf Gleis 1 oder in eine einzelne Person, die vielleicht meine Tochter ist, auf Gleis 2 hineinfahren zu lassen, also entweder 10 oder 1 Person töte, ist es Sünde, egal was ich tue. Und zwar deshalb, weil Sünde (in dieser geistigen Definition) Ausdruck der Unmöglichkeit ist, nicht zu sündigen. Deshalb gibt es im Katholischen den Begriff der Erbsünde.
Das Problem: Wenn man Sünde in etwa gleichsetzt mit weltlichem Schuldbegriff, geht man in die Irre. Wichtig: Sünde ist nicht dazu da, sich das Leben vermiesen zu lassen. Vielmehr geht es um die Erkenntnis, dass sie zu einem gehört. Deshalb auch der Spruch "Pecca fortiter". Trotzdem soll man sich seiner Sündigkeit immer bewusst sein, sich dabei aber frei fühlen, weil es das "Ego absolvo te" gibt.
Das heißt NICHT, dass man deshalb ab morgen Banken überfallen, Rauschgift schmugggeln und Frauen vergewaltigen darf ("Macht ja nix - gehört ja zu mir"). Denn das, was man etwa im Katholizismus "Fegefeuer" nennt, ist die Instanz, in dem man seiner lebenslangen Sünden bewusst gemacht wird und buchstäblich das Leid erkennt, das für andere wegen eigener Sünden verbunden war und dieses Leid somit buchstäblich mit- oder nach-leidet. Aber das ist keine "Strafe" im heutigen Wortsinn, sondern "richten" im Sinne von "ausrichten". So wie der Chirurg einen gebrochenen Knochen "richtet", so "richtet" Gott den Menschen zum Wahren hin. Tut halt zwischenzeitlich weh. In der von mir extrem geschätzten Buber-Übersetzung des AT wird das Wort "Gericht" immer übersetzt mit "Bewahrheitung". Und Buber übersetzt unübertroffen textnah - so textnah, dass es im Deutschen manchmal kaum verständlich ist.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 16:38
Gott hat selbst mit dem ersten Schöpfungsakt zwangsläufig dafür gesorgt, dass es einen Dualismus gibt.
Ja - aber nicht, weil der menschliche Wille ein kleiner Klon des göttlichen Willens wäre (das KANN so sein, muss aber nicht), sondern weil dieser Dualismus die Matrix bildet, auf der der Mensch überhaupt erst das Erkennen von gut und böse entwickeln kann. Man nennt das Heilsgeschichte - ontogenetisch und phylogenetisch.
Helmuth hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 17:11
Gott muss auch damit leben, dass sich Menschen gegen Jesus entscheiden. Er kann das nicht verhindern und dann kann er sie auch nicht retten.
Wenn Gott den Menschen zum gegebenen Zeitpunkt ins Licht der Erkenntnis stellt, wird sich der Mensch für das "entscheiden", was er erkennt. - Man kann sich nur geistig seriös für Jesus entscheiden, wenn man ausreichend gut erkennt, wofür man sich damit entscheidet. Dieser notwendige Zwischenschritt wird oft kaschiert durch Entscheidungsglaube ohne Substanz.