Rilke hat geschrieben: ↑Mo 29. Jun 2026, 15:45
Das Gewissen bestand schon zuvor, nur war es da unbefleckt, während es nach der Übertretung belastet wurde. Stimmen wir hier überein?
Ich denke auch, dass Gott das innere Gewissen nicht erst erschafft, wenn der Mensch sündigt, sondern schon in der Schöpfung vorgesehen hat. Es gibt ja auch andere Warnmeldungen, die jetzt nicht Sünde betreffen, die auch nonverbal ablaufen. Denk an den Schrecken, der aufkommt, wenn man plötzlich erkennt, dass ein Auto auf dich zurast.
Rilke hat geschrieben: ↑Mo 29. Jun 2026, 15:45
Das klingt für mich mehr nach einer inneren Einsicht als eine nonverbale Belastung von außen.
Welche Einsicht? Was haben sie denn eingesehen? Sie stellten plötzlich ihre Nacktheit fest. Zuvor war das kein Thema. Wer hat ihnen das gesagt? Niemand. Das Pa'al Verb "jada" ist sehr vielschichtig im Hebräischen. Es geht an der Stelle m.E. um eine bloße Wahrnehmung, die nun anders als bisher gewohnt ist.
Rilke hat geschrieben: ↑Mo 29. Jun 2026, 15:45
Ich denke wo wir einander widersprechen ist unsere Definition vom Gewissen.
Ich erhebe keinen Anspruch auf die völlige Richtigkeit meiner Analysen, aber sie sind auch nicht aus der Luft gegriffen, sondern die Schrift bleibt immer meine Grundlage. Wir brauchen auch keine Definition, denn wir schreiben keine theologische Dissertation.
Als zielführender sehe ich den Prozess an uns verstehen zu lernen um richtig darauf zu reagieren. Dass sich von Zeit und Zeit unser Gewissen meldet, ist ja eine an uns selbst erfahrbare Tatsache. Es ist aber auch der falsche Weg eine Stelle zu Tode zu analysieren. Das bringt uns beiden keine Erkenntnis zum Nutzen.
Darum bringe ich weitere Szenarien. Im NT finden wir für den Begriff "Gewissen" ebenso kein Erklärungsmodell, sonst hääte wir die Definition. Man erwartet offensichtlich, dass jeder weiß, was es ist, bzw. weiß jeder für sich, wann es sch meldet. Dazu werden wir angewiesen es zu bewahren:
1. Timotheus 1:5 hat geschrieben: Das Endziel des Gebotes aber ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.
Man kann daraus bzw. aus anderen Stellen schließen, dass ein ungeheuchelter Glaube ohne ein gutes und reines Gewissen nicht möglich ist. Also muss es bewahrt werden. Wir sind übereingekommen, dass auch das Herz mitwirkt, aber anders als man denkt. Dazu nun Stellen aus dem AT.
2. Samuel 24:10 hat geschrieben: Aber David schlug das Herz, nachdem er das Volk gezählt hatte; und David sprach zu JHWH: Ich habe sehr gesündigt in dem, was ich getan habe; und nun, JHWH, lass doch die Ungerechtigkeit deines Knechtes vorübergehen, denn ich habe sehr töricht gehandelt!
"David schlug das Herz", ich interpretiere das so, dass sich sein Herzschlag spontan erhöht hatte. Medizinisch würden wir sagen, es kam zu einer Adrenalinausschüttung, welche Blutdruck als auch Herzfrequenz erhöht hatten und man spürt ein heftigeres Pochen in seiner Brust.
Weitere Reaktionen können sein Schweißausbrüche infolge aufkommendern Angszustände. Das sind medizinische Beschreibungen, aber als Ursache sehe ich ein angeschlagenes Gewissen.
Es gibt auch andere Gründe für Herzklopfen, aber in dem Fall können wir lesen, dass David vor Gott ein Schuldeingeständnis abgelegt hatte. Er war damit im Zustand
Warnung, wie ich gleichnishaft geschildert habe, aber auch schon einen Schritt weiter, indem er seine Sünde erkannt hatte.
Ein weiterer, aber tragischer Fall ist Nabal, der Ehemann Abigails:
1.Samuel 25:37.38 hat geschrieben: Und es geschah am Morgen, als der Rausch von Nabal gewichen war, da berichtete ihm seine Frau diese Dinge; und sein Herz erstarb in seinem Innern, und er wurde wie ein Stein. Und es geschah ungefähr zehn Tage danach, da schlug JHWH Nabal, und er starb.
Zuvor feierte Nabal noch feuchtfröhlich, aber als ihm seine Frau Bericht erstattet hatte, war das der Auslöser für einen Herzinfarkt, so würde ich es medizinisch deuten. Er war im Zustand
kritisch. In seinem Fall gab ihm Gott keine weitere Chance zur Umkehr, sondern er ließ ihn sterben.
Der Fall beeindruckt mich in theologischer Weise, als Gott in der Tat das physische Herz schlug. Das zu Stein gewordene Organ ist der Zustand der Verstockung, als eine Folge, wenn man laufend sein Gewissen verletzt, bis es abgestumpft und gefühllos wird. Man übergeht laufend die
Warnungsignale Gottes.
So begann ich zu verstehen, warum die hebräische Sprache nicht abstrakt erfolgt, sondern das fleischerne Herz in die geistlichen Prozesse mit einbindet. Teilweise haben wir das übernommen, wie beim Herz der Fall, nur in geringerem Ausmaß. Im Hebräischen spielen auch noch die Nieren eine Rolle. Auch sie sind ein Prüfungsorgan. Dazu redet Gott selbst:
Jeremia 17:10 hat geschrieben: Ich, JHWH, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Handlungen.