Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?
Verfasst: Mi 27. Mai 2026, 15:24
Gut, dann erkläre mir, warum sich die Talionsgesetze nicht decken. Es sollte ja nur eines geben.
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Hallo Helmuth!Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 27. Mai 2026, 07:38 Für zumindest problematisch halte ich diejenigen, welche glauben und an der Bibel festhalten, sie aber falsch verteidigen, indem sie krampfhaft versuchen alle Ungereimtheiten zu harmonisieren und dabei jeden Unsinn in Kauf nehmen. Sie schalten so absichtlich ihren eigenen Verstand aus. Und das sollte Gottes Wille sein?
Das ist m.E. kein Zeugnis für unseren lebendigen Gott und Vater, die Bibel nur um ihretwillen zu verteidigen und halte ich für falsch. Es geht ja nicht um das Buch, sondern um die Wahrheit. Bei manchen nenne ich deren Haltung sogar götzendienerisch.
Rilke hat geschrieben: ↑Mi 27. Mai 2026, 16:47 Meine persönliche Ansicht ist, dass die gesamte Schrift von Gott fehlerfrei eingegeben wurde und derselbe Autor auch dafür sorgt, dass sein Wort niemals vergehen wird. Aufgrund dieser Gewissheit bin ich davon überzeugt, dass ich der Bibel vertrauen kann.
1) Nein, sie sind nicht wortgleich. In 2. Mose 21 heißt es „so sollst du geben“, in 3. Mose 24 jedoch „dem soll man tun, wie er getan hat“.Helmuth hat geschrieben: ↑Mo 3. Feb 2020, 20:35 Frage 1) Sind die Talionssprüche aus 2 Mose und 3 Mose ident in ihren Aussagen?
Frage 2) Steht der Talionsspruch aus 2 Mose in einem logischen Kontext zum historischen Geschehen?
Frage 3) Steht der Talionsspruch aus 3 Mose in einem logischen Kontext zum historischen Geschehen?
Danke für deine Antwort. Das Rechtsprinzip mag scheinbar gleich sein, weil du es auf der Metaebene betrachtest. Die Exekution ist dabei aber unterschiedlich. Das musst du nur anhand eines Beispiels evaluieren, dann siehst du es sofort, z.B.: Bei einem von mir schuldhaft verursachten Autounfall verlierst du deine rechte Hand. Das kommt nun vor Gericht. Wie wird dieser Fall nach 2. Mose 21 und 3. Mose 24 abgehandelt?Rilke hat geschrieben: ↑Mi 27. Mai 2026, 17:43 1) Nein, sie sind nicht wortgleich. In 2. Mose 21 heißt es „so sollst du geben“, in 3. Mose 24 jedoch „dem soll man tun, wie er getan hat“.
Textlich sind die Talionssprüche also nicht identisch. Sachlich widersprechen sie sich aber nicht, denn beide lehren das gleiche Rechtsprinzip: Die Strafe soll dem Schaden entsprechen.
Hebräer 4:12
Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus.
Es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt sogar so weit durch, dass es Seele und Geist trennt und Gelenke vom Mark.
Es kann Gedanken und Absichten des Herzens beurteilen.
Es gibt keine „Urschrift“, auch vom NT nicht, die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen, sondern das, was uns vorliegt, wurde zusammengestellt (und schon, in den Fragmenten, und den Kommentaren, da wurde gestrichen, ergänzt usw.) und davon gibt es wiederum verschiedene „Versionen“, was deutlich darauf hinweist, dass der Mensch mächtig sein Hand im Spiel hatte.Rilke hat geschrieben: ↑Mi 27. Mai 2026, 16:47 Inwiefern lässt sich dann irgendwas aus der Schrift mit Sicherheit feststellen? Wenn die Schrift nicht durch Gottes Macht und Willen in Ordnung gehalten wurde, woher können wir mit Gewissheit sagen, dass die Worte Jesu korrekt niedergeschrieben wurden, und das bis zu dem Punkt, dass wir sie Wort für Wort zitieren, analysieren und unsere Weltanschauung darauf bauen können?
Diese deine Ansicht darfst du sicher haben, und, es bleibt deine Ansicht, wird aber von Gott nicht „bestätigt“, weder indem dass es die Bibel gibt, noch dass es das meist gedrückte Buch ist uns...
Dazu erstmal der Text:
Ich sage, weder irrte Jesus, noch hatte er den Tanach umgedeutet. Aber das Beispiel ist m.E. gut um aufzuzeigen, wie die Schrift tatsächlich entstanden ist. Das Problem liegt in dem Fall am Autor Lukas, aber nicht derart, dass er falsch Zeugnis legte.Lukas 4:18 hat geschrieben: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden das Augenlicht, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, ...
Gibt es also einen Fehler? Ja, und zwar den, dass Lukas nicht den wirklich wortwörtlichen Text ziteren konnte, was Jesus tatsächlich gesprochen hatte. Einen anderen Fehler sehe ich aber nicht. Umgedeutet wird auch nichts, sondern zeigt nur, dass die LXX nicht präzise genug ist, warum sie für mich zur Exegese nicht taugt.Jesaja 61:1 hat geschrieben: Der Geist des Herrn JHWH ist auf mir, weil JHWH mich gesalbt hat, den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, die zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, ...