Seite 11 von 11

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Mo 4. Mai 2026, 07:52
von Larson
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: So 3. Mai 2026, 18:21 Jesus selbst sagt in Bezug auf Psalm 110:
Kannte sich Jesus in der Tenach wirklich so gut aus? Oder bediente er sich dabei einfach der allgemeinen eher oberflächlichen Meinung.

Eine fatale Fehlinterpretation Jesu ist in Mt 26,31:
Mt 26,31 Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden“.
Ein Bruchstück-Zitat aus (es ist mitnichten eine Aussage Gottes über „Jesus“):
Sach 13,7 Schwert, erwache gegen meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Gefährte ist!, spricht der HERR der Heerscharen. Schlage den Hirten, und die Herde wird sich zerstreuen. Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden.
Im Kontext von schlechten Hirten, wo Gott due Führer Israels anklagt.
Sach 11,17 Wehe dem nichtigen Hirten, der die Herde verlässt! Das Schwert über seinen Arm und über sein rechtes Auge! Sein Arm soll gänzlich verdorren, und sein rechtes Auge völlig erlöschen.
Im Kontext wird Gottes Schwert gegen den Hirten sein (Kp 11, 17ff) und jene welche in seinem Namen auftreten, sich an seine Seite stellen, meinen, dazu berufen / geschult zu sein. Gegen diese „Grossen“, wird die Hand Gottes sein.

Und so werden zwei Drittel (V8) auf der ganzen Erde (בְכָל הָאָ֨רֶץ֙ (vᵉchal ha'arëts)) vernichtet werden! Und das letzte Drittel (V9) wird nochmals geläutert und geprüft werden (nicht Vernichtung, sondern Gewinnung) und:
Sach 13, 9 … Es wird meinen Namen anrufen, und ich will ihm antworten; ich will sagen: »Das ist mein Volk (עַמִּ֣י)!« und es wird sagen: »Der HERR (יְהוָ֥ה) ist mein Gott (אֱלֹהָֽי)!«.

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Mo 4. Mai 2026, 07:55
von Larson
Helmuth hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 07:40 Aber es geht in dem Psalm gar nicht um David, sondern um dessen Herrn. Jesus macht dazu eine gekonnte theologische Anspielung, wer er nun sei, Davids Sohn oder Herr. Spätestens da steigen Juden aus, die Jesus nicht kennen. :mrgreen:
Genau so ein „green“ ist dein Beitrag… sorry

Der kommende Fürst ist ein Sohn Davids, das hatte Gott so verheissen und wird wiederholt in der Tenach so erwähnt.

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Mo 4. Mai 2026, 11:50
von ProfDrVonUndZu
Larson hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 07:52 Kannte sich Jesus in der Tenach wirklich so gut aus? Oder bediente er sich dabei einfach der allgemeinen eher oberflächlichen Meinung.
Jesus sprach hier nach Matthäus 22 zu Pharisäern und nach Lukas 20 zu den Schriftgelehrten. In Markus 12 spricht er im Tempel. Wenn alle nur eine oberflächliche Meinung hatten, wie oberflächlich ist dann die gesamte Überlieferung ? Wie gelangst dann du zu einer tiefgründigen Ansicht, die alles Frühere übertrifft ?
Larson hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 07:52 Eine fatale Fehlinterpretation Jesu ist in Mt 26,31:
Mt 26,31 Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden“.
Ein Bruchstück-Zitat aus (es ist mitnichten eine Aussage Gottes über „Jesus“):
Sach 13,7 Schwert, erwache gegen meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Gefährte ist!, spricht der HERR der Heerscharen. Schlage den Hirten, und die Herde wird sich zerstreuen. Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden.
Im Kontext von schlechten Hirten, wo Gott due Führer Israels anklagt.
Sach 11,17 Wehe dem nichtigen Hirten, der die Herde verlässt! Das Schwert über seinen Arm und über sein rechtes Auge! Sein Arm soll gänzlich verdorren, und sein rechtes Auge völlig erlöschen.
Im Kontext wird Gottes Schwert gegen den Hirten sein (Kp 11, 17ff) und jene welche in seinem Namen auftreten, sich an seine Seite stellen, meinen, dazu berufen / geschult zu sein. Gegen diese „Grossen“, wird die Hand Gottes sein.
Es geht um die Hirten. Jesus war ein Hirte für seine Jünger. Wenn der Hirte geschlagen wird, so wird sich die Herde zerstreuen. Mehr sagte Jesus nicht und so ist es dann auch passiert.

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Mo 4. Mai 2026, 12:12
von Zippo
Magdalena61 hat geschrieben: Sa 2. Mai 2026, 02:28
Zippo hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 15:15 Warum knüpft der Hebräerbrief an diese Begegnung mit Abraham an und vergleicht den Sohn Gottes mit dem königlichen Priester Melchisedek ?
Man geht davon aus, dass die Adressaten dieses Briefes Judenchristen waren, die aufgrund ihrer Hinwendung zu Jesus Christus Anfeindungen und Verfolgung litten. So, wie der Brief geschrieben ist mit den vielen Anspielungen auf das AT, setzte der Verfasser vermutlich die Schriften des AT als bekannt voraus.
Ja, davon gehe ich auch aus. Da war ein Wechsel der Bündnisse, die Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat. Die Thora wurde in den Synagogen gelesen und da wird man immer mal wieder auch von Melchisedek gelesen haben, der in unserer Bibel in Kapitel 14 erscheint.
Der Tempeldienst war zur Zeit des Erstellung des Briefes möglicherweise noch möglich, aber 70 nach Christus wurde der Tempel niedergerissen, wie der Herr Jesus prophezeit hatte.Mt 24,1-2
Jetzt sollte eine Transformation geschehen, dem Tempel und dem priesterlichen Dienst des neuen Bundes, den der Herr Jesus Christus aufgerichtet hatte.
Da kommt dann der König von Salem namens Melchisedek wieder zur Sprache, der von Gott berufen war und dessen Priesteramt keinen Stammbaum brauchte. Hebr 7,1..
Magdalena

Er ruft die Gläubigen dazu auf, am Glauben an Jesus Christus festzuhalten. Sehr ernst: Hebr. 6, 4-6.

Wenn man sieht, wie hier gegen das NT geschossen wird- obwohl wir im Forum NT sind und nicht etwa im Forum Bibelkritik!- kann man sich vielleicht ein wenig vorstellen, wie schwierig die Situation für die Judenchristen damals war.
Oder man liest sich die Apostelgeschichte durch und schaut, wie z. Bsp. Paulus behandelt wurde. 2 Kor 11,23.. Die Juden stellten ihm überall nach und einmal steinigten sie ihn sogar.
Sie konnten nicht einsehen, daß Paulus auf einmal das Ende des Gesetzes verkündigt hat, obwohl er ja eigentlich nur den Bund des Gesetzes gemeint hat. Das Gesetz an sich wollte er nicht auslöschen, er hat ihm nur seinen ihm zugedachten Platz im Evangelium zugewiesen. 1 Tim 1,8
Es sollte nicht mehr zu Rechtfertigung dienen, aber es sollte seine Aufgabe als Sittenwächter behalten und Erkenntnis der Sünde geben. Darüber hinaus offenbaren die Opferhandlungen und Feste des Gesetzesbundes auf vielfältiger Weise, was der Herr Jesus durch seinen Tod am Kreuz vollbracht hat. Darauf wollte der Hebräerbrief näher eingehen.
Magdalena

Warum der Vergleich mit Melchisedek?

Das ist jetzt mein persönlicher Eindruck: Weil die Person des Melchisedek den Judenchristen ein Begriff war, und dieser Priester war etwas Besonderes gewesen; möglicherweise hatten sie noch mündliche Überlieferungen und wussten somit einiges mehr als wir, aber sie konnten die Person und Funktion Melchisedeks vermutlich nicht in ihrer ganzen Tragweite einordnen.
Psalm 110 war sicherlich auch bekannt gewesen und man hat mit Melchisedek sicherlich auch den kommenden Messias in Verbindung gebracht, der zwar königlicher Abstammung sein sollte und Sohn Davids genannt wurde, aber auch zu priesterlichen Ehren kommen würde.
Magdalena
Einen anderen anzubeten als Gott alleine, das wäre eine schwere Sünde gewesen; Götzendienst, der die Todesstrafe nach sich zog. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Angst bei den Adressaten des Briefes eine ernste Sache war; sie waren ja schließlich nach den Richtlinien des Alten Bundes erzogen worden.
Deswegen wird auch in den ersten Kapiteln der Sohn Gottes in besonderer Weise hervorgehoben. Mit vielen Zitaten wird er mit den Engeln verglichen, das Werk Jesu wird in den höchsten Tönen gelobt, weil dieser Sohn Gerechtigkeit geliebt hat und weil er Fleisch und Blut angenommen hat. Weil er dem Tode die Macht genommen hat, dem der bis dahin die Gewalt darüber hatte und das ist Satan. Hebr 2,14
Nun kommt der Sohn Gottes, durch und um dessentwillen Gott alles geschaffen hat in einen anbetungswürdigen Zustand.
Magdalena

Die Juden hatten das Gesetz und ihre Priester -- du musst mal Kapitel 7 weiterlesen; das ist die alte Auseinandersetzung: "Gerechtigkeit durch das Gesetz oder durch den Glauben"/ "Knechtschaft Hagar und oder das freie Jerusalem" (Gal. 4).
Da haben wir uns schon eine Weile drüber ausgetauscht. Melchisedek wird als der Höhere angesehen, weil er den segnet, aus dessen Lenden Levi hervorgegangen ist, der mit dem Priestertum im Gesetzesbund vertraut gemacht wurde.
Magdalena
Wer ist Melchisedek?
Hebr. 7, 1-3 (LUT): Dieser Melchisedek aber war König von Salem, Priester des höchsten Gottes; er ging Abraham entgegen, als der vom Sieg über die Könige zurückkam, und segnete ihn; ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens. Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit. 
König der Gerechtigkeit: z.B. Jes. 11,5;
Jer. 23,6
Ps. 45; 7-8;

König des Friedens: z.B. Jes. 9,5;
Die genannten Bibelstellen sprechen von einem König und Spross Davids, der Gerechtigkeit bringen wird, was mit dem Herrn Jesus, wenn auch auf ungewöhnliche Weise geschehen ist.
Psalm 45 ist herausragend, weil er von einem Gott des Gottes spricht.
[Ps 45,6-7] 7 Gott, dein Stuhl bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reiches ist ein gerades Zepter. 8 Du liebest Gerechtigkeit und hassest gottlos Wesen; darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl mehr denn deine Gesellen.
Dieser Psalm wurde zur Krönung der Könige in Israel verlesen, man muß also denken, daß sich auch Könige bei dem Wort elohim angesprochen fühlten. elohim=die Mächtigen, aber es wird im Hebräerbrief auch zitiert und damit wird der Sohn Gottes bezeichnet.
[Heb 1,6-9] Von den Engeln spricht er zwar: „Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen“, aber von dem Sohn: „Gott, dein Stuhl währt von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Zepter deines Reichs ist ein richtiges Zepter. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbt dein Gott mit dem Öl der Freuden über deine Genossen.“
Der Sohn Gottes wird sicherlich nicht nur im untergeordeneten Sinn als elohim, also übersetzt Gott bezeichnet, aber es bleibt doch die Unterordnung unter den Vater, der seinen Erstgeborenen in der Weise würdigt.
Frieden hat der Herr Jesus sicherlich in besonderer Weise gebracht, nämlich den Frieden mit Gott.
[Röm 5,1-2] Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darin wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll.
Magdalena

Der Autor sagt den Judenchristen mehr oder weniger: Ihr kennt Ihn schon.
Abraham akzeptierte Melchisedek ohne Wenn und Aber und ordnete sich unter.

Es gibt Ausleger, die Melchisedek aufgrund "so gleicht er dem Sohn Gottes" nicht mit dem Sohn Gottes identifizieren. Ich meine, die fett markierten Begriffe sowie "ohne Anfang der Tage noch Ende des Lebens"... können sich nur auf einen Einzigen beziehen, nämlich auf den Menschensohn. Aber, wie gesagt: Das ist meine private Erkenntnis, die ich zwar mit vielen Christen teile, aber eben nicht mit allen.
LG
Den Melchisedek kannten sie schon und in dem Herrn Jesus Christus sollten sie den kennenlernen, auf den dieser König von Salem zeigt. Der Sohn Gottes hat die überragend höhere Bedeutung, wie der König von Salem in 1 Mo 14, der Abraham nach dem Kampf gegen die Könige entgegenkam. Da kann man ein Vergleich starten, wie es eben ein Vorbild zu seinem Abbild sein kann. Aber beide waren nicht Priester, weil sie einen Stammbaum hatten, sondern sie waren von Gott berufen.

Gruß Thomas

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Mo 4. Mai 2026, 18:43
von Larson
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 11:50 Wenn alle nur eine oberflächliche Meinung hatten, wie oberflächlich ist dann die gesamte Überlieferung ?
Dass die Überlieferung, NT oberflächlich ist, beweisen die falschen Interpretationen der aus dem Kontext gerissenen Zitate der Tenach.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 11:50 Es geht um die Hirten. Jesus war ein Hirte für seine Jünger. Wenn der Hirte geschlagen wird, so wird sich die Herde zerstreuen. Mehr sagte Jesus nicht und so ist es dann auch passiert.
Nur zitiert er da einen Vers über böse Hirten, welche Gott zerstreut, welches sich nun erfüllen würde. Also wäre Jesus ein böser Hirte

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Di 5. Mai 2026, 06:34
von Helmuth
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 11:50 Es geht um die Hirten. Jesus war ein Hirte für seine Jünger. Wenn der Hirte geschlagen wird, so wird sich die Herde zerstreuen. Mehr sagte Jesus nicht und so ist es dann auch passiert.
Diesen Hirten als schlecht zu bezeinchen wäre auch bloß Eisegese, da davon kein Wort steht. Vielmehr passt der Text korrekt in den historischen Kontext. Nachdem man Jesus verworfen hatte, trat die Bundesrache Gottes in Kraft, womit sich die Weissagung Schritt für Schritt erfüllt:
Sacharja 13:7 hat geschrieben: Schwert, erwache gegen meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Genosse ist, spricht JHWH der Heerscharen. Schlage den Hirten, und die Herde wird sich zerstreuen. Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden.
Diese Kleinen waren die ersten Jünger Jesu. Zunächst flohen sie, aber Kraft des Heiligen Geistes entstand so die neue wahre Gemeinde Gottes. Gottes Hand wandte sich den Kleinen zu. Kajapahs und die Obersten der Juden hatten daran keinen Anteil.
Sacharja 13:8 hat geschrieben: Und es wird geschehen im ganzen Land, spricht JHWH: Zwei Teile davon werden ausgerottet werden und verscheiden, aber der dritte Teil davon wird übrig bleiben.
Das erfüllte sich beim Fall Jerusalems 70 nach Christus. Nur ein Drittel überlebte den Angriff der Römer.
Sacharja 13:9 hat geschrieben: Und ich werde den dritten Teil ins Feuer bringen, und ich werde sie läutern, wie man das Silber läutert, und sie prüfen, wie man das Gold prüft. Es wird meinen Namen anrufen, und ich werde ihm antworten; ich werde sagen: Es ist mein Volk; und es wird sagen: JHWH ist mein Gott.
Dies beschreibt das weitere Schicksal Israels, das heute noch anhält, d.h. es erfüllt sich laufend. Von dem Drittel wird erneut nur ein Überrest errettet werden, der geläutert und gereinigt wird und geht bereits auf Jesaja bzw. Hesekiel zurück. Diese Reinigung ist die Bekehrung zu Jesus erfüllt mit Heiligen Geist und Gott ist nun dabei dieses neue Königtum aufzurichten:
2 Mose 19:5-6 hat geschrieben: Und nun, wenn ihr fleißig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, so sollt ihr mein Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein; und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Kindern Israel reden sollst.
Um nun die Heiden in den Bund mit aufzunehmen, musste auch die neue Ordnung nach der Weise Melchisedeks aufgerichtet werden. Gottes Reich besteht nicht nur aus den Erretteten Israels, sondern aus den Erretteten aus allen Nationen.

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Di 5. Mai 2026, 13:26
von Zippo
Larson hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 07:55
Helmuth hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 07:40 Aber es geht in dem Psalm gar nicht um David, sondern um dessen Herrn. Jesus macht dazu eine gekonnte theologische Anspielung, wer er nun sei, Davids Sohn oder Herr. Spätestens da steigen Juden aus, die Jesus nicht kennen. :mrgreen:
Genau so ein „green“ ist dein Beitrag… sorry

Der kommende Fürst ist ein Sohn Davids, das hatte Gott so verheissen und wird wiederholt in der Tenach so erwähnt.
Einerseits steht geschrieben, daß der kommende Fürst ein Sohn Davids sein sollte.
[Jes 9,5-6] Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Frieden werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über sein Königreich, um es zu befestigen und zu stützen durch Gericht und durch Gerechtigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun.
Jer 23,5
Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da ich David einen gerechten Spross erwecken werde; und er wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Land.
Aber Psalm 110 wurde von den Schriftgelehrten in Israel auch in Verbindung mit dem kommenden Fürsten gebracht.
Der kommende Fürst sollte auch eine Gestalt sein, die mit dem Herrn Davids in Verbindung steht, der sich laut Aussage des Psalms 110 zur Rechten des HERRN niederläßt.
Dieses Setzen zur Rechten ist doch eine besondere Ehrung und eine Metapher für die bevollmächtigte Stellung, die dieser Herr Davids von Gott dem HERRN empfängt.
Wer ist nun dieser Herr Davids ? Der Herr Jesus bezieht es auf sich, indem er sagt:
[Mt 26,63-64] Und der Hohepriester hob an und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Sohn des Menschen zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.
Er hatte ja schon zuvor eine Anspielung auf Psalm 110 gemacht, indem er sagt:
[Mt 22,41-46] Als aber die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus und sprach: Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: Davids. Er spricht zu ihnen: Wie nennt David ihn denn im Geist Herr, wenn er sagt: „ Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege unter deine Füße“? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand von dem Tag an, ihn ferner zu befragen.
Und genau von diesem Herrn Davids wird gesagt, daß er ein Priester nach der Weise Melchisedeks ist.
[Ps 110,1-4] Von David, ein Psalm.
Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße!
Den Stab deiner Macht wird der HERR aus Zion senden; herrsche inmitten deiner Feinde!
Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tag deiner Macht; in heiliger Pracht, aus dem Schoß der Morgenröte wird dir der Tau deiner Jugend kommen.
Geschworen hat der HERR, und es wird ihn nicht reuen: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks!
Gruß Thomas

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Di 5. Mai 2026, 14:06
von ProfDrVonUndZu
Helmuth hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 06:34
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 4. Mai 2026, 11:50 Es geht um die Hirten. Jesus war ein Hirte für seine Jünger. Wenn der Hirte geschlagen wird, so wird sich die Herde zerstreuen. Mehr sagte Jesus nicht und so ist es dann auch passiert.
Diesen Hirten als schlecht zu bezeinchen wäre auch bloß Eisegese, da davon kein Wort steht. Vielmehr passt der Text korrekt in den historischen Kontext. Nachdem man Jesus verworfen hatte, trat die Bundesrache Gottes in Kraft, womit sich die Weissagung Schritt für Schritt erfüllt:
Sacharja 13:7 hat geschrieben: Schwert, erwache gegen meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Genosse ist, spricht JHWH der Heerscharen. Schlage den Hirten, und die Herde wird sich zerstreuen. Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden.
Eben. Sacharja spricht in Kapitel 10 und 11 von Hirten, die die Herde verlassen. In Kapitel 13 ist es gerade anders rum. Da hängt die Herde dem Hirten an, und diese verlässt dann den Hirten.

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Di 5. Mai 2026, 14:15
von Larson
Zippo hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 13:26 Aber Psalm 110 wurde von den Schriftgelehrten in Israel auch in Verbindung mit dem kommenden Fürsten gebracht.
Ja, da gibt es mehrere Deutungen.
Zippo hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 13:26 Der kommende Fürst sollte auch eine Gestalt sein, die mit dem Herrn Davids in Verbindung steht, der sich laut Aussage des Psalms 110 zur Rechten des HERRN niederläßt.
Nicht nur in Verbindung steht, sondern aus dem Samen Davids, also leibliche Abstammung David, und kein „Gott-Gezeugter“.

Zippo hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 13:26 Dieses Setzen zur Rechten ist doch eine besondere Ehrung und eine Metapher für die bevollmächtigte Stellung, die dieser Herr Davids von Gott dem HERRN empfängt.
Psalm 110: einmal steht zuerst, dass sich David zur Rechten Gottes setzen soll, bis … usw. Das wäre der Beginn von David Regierung, da zuerst „Ruhe“ war.
Danach steht in Ps 110, dass Gott zur rechten David ist, also ihn in seinem Dienst unterstützt, die aktive Zeit, wo David sich Zion (ist auch im Psalm erwähnt, V2), einnimmt.

Und David war ein Bevollmächtigter Gottes, er wurde aufgrund Gottes Weisung gesalbt, war also ein Gesalbter, ein „Messias“.
Zippo hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 13:26 Wer ist nun dieser Herr Davids ?
Wie schon geschrieben: Der Psalm ist an David, oder aber David schrieb diese Prophetie an ihn in einem Lied „zurecht“. --> viewtopic.php?p=627088#p627088
Zippo hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 13:26 Und genau von diesem Herrn Davids wird gesagt, daß er ein Priester nach der Weise Melchisedeks ist.
Nun: Melki-Zedek, König in/der Gerechtigkeit, was David eindeutig auch war. Es ist nicht ein levitisches Priestertum, sondern ein Priestertum im Wandel in den Weisungen Gottes, ein heiliges Volk:
5.Mo 28,9 Der HERR wird dich als ein heiliges Volk für sich bestätigen, wie er dir geschworen hat, wenn du die Gebote des HERRN, deines Gottes, beobachtest und auf seinen Wegen wandelst;
10 und alle Völker der Erde werden sehen, dass du nach dem Namen des HERRN genannt bist, und werden sich vor dir fürchten.
Was aber die Nationen nicht „sehen“ wollen, und Gott diesen Bund nie aufgehoben hatte, sondern Er ist treu in seinem Wort.

Ein Volk von Priestern:
2.Mo 19,5 Und nun, wenn ihr fleißig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, so sollt ihr mein Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein;
6 und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Kindern Israel reden sollst.
In diesem Gottesbund zu leben bedeutet „Priester“ zu sein, Recht und Gerechtigkeit, die Lehre Gottes, Hingabe an IHN, IHN zu lieben:
5.Mo 30,16 da ich dir heute gebiete, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu wandeln und seine Gebote und seine Satzungen und seine Rechte zu beobachten, damit du lebest und dich mehrest, und der HERR, dein Gott, dich segne in dem Land, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen.

Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Verfasst: Mi 6. Mai 2026, 18:45
von Zippo
Larson hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 14:15 Ein Volk von Priestern:
2.Mo 19,5 Und nun, wenn ihr fleißig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, so sollt ihr mein Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein;
6 und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Kindern Israel reden sollst.
In diesem Gottesbund zu leben bedeutet „Priester“ zu sein, Recht und Gerechtigkeit, die Lehre Gottes, Hingabe an IHN, IHN zu lieben:
5.Mo 30,16 da ich dir heute gebiete, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu wandeln und seine Gebote und seine Satzungen und seine Rechte zu beobachten, damit du lebest und dich mehrest, und der HERR, dein Gott, dich segne in dem Land, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen.
Israel sollte ein von Priestern geführtes Königreich sein, nicht ein Volk von Priestern. Da sehe ich einen Unterschied. Und das Priestertum wurde ausschließlich den Leviten zugewiesen.

Der Herr Jesus war aber kein Levit und stammte aus der Linie Davids. Er bekam sein Priestertum von Gott frei zugewiesen, genau wie sein Vorbild in 1 Mo 14.