Otto hat geschrieben: ↑Mi 4. Feb 2026, 15:56
Fazit: Vers 5 liefert das Warum für Vers 6. Nur weil unser Geist zum Neid drängt (V. 5), brauchen wir eine Gnade, die „größer“ ist als dieser Drang (V. 6).
Dem Fazit könnte ich sogar zustimmnen, nur kommt es nicht auf die gleiche Weise zustande. Der Lösungsweg ist unterschiedlich. Danke aber für deine Ausführung. Ich habe dich soweit verstanden. Meine Fragen wurden bloß (wieder nicht) nicht berührt. Tja, will der liebe Otto nicht, oder kann er nicht?
Wie auch immer, hier meine Stellungnahme:
Dass „aber“ Gegensätze ausdrückt, ist korrekt. Der ist aber auch gegeben zwischen dem Neid, den Gott nicht kennt, aber er kennt Gnade. Das Argument ist daher zu schwach, dass sich das Pronomen „er“ nur auf den Geist des Menschen beziehen kann. Es wäre beides möglich.
Beim zweiten „er“ wird es aber klar. "Er spricht:" kann nicht der Begleitsatz zu einem Menschenwort sein, sonst hätte Jakobus Menschenlehre gepredigt. Er zitiert in Vers 6 aus dem AT. Leuchtet nicht ein, dass ein Bibelautor damit Gottes Wort zitiert? Das war meine erste Frage. Dazu bedarf es keiner tiefergreifenden Grammatik, da es der Kontext damit quasi erzwingt.
Die zweite Frage bezog sich auf den Bezugswechsel. Nach deiner Auslegung redet Jakobus 4:1-5 über das Fehlverhalten. Also bis Vers 5 wird der Geist des Menschen angesprochen, nach deiner Weise. Bis zum Vers 4 gehe ich auch mit. Dann kommt der strittige Vers 5. Über wen wird nun geredet?
Wenn Jakobus seine Rede mit Vers 6 so fortsetzt, dass er das Pronomen "er" benutzt, dann müsste damit der Bezug weiter beim Menschen liegen, folgen wir deiner Auslegung. Einen Satz mit "er" zu schreiben, von dem zuvor nicht die Rede ist, ist grammatikalisch zwar möglich, aber ein Nonsens. weil man so den Leser verwirrt. Es wird nun aber über Gott geredet.
So kann ich den Bezugswechsel nicht anders sehen, dass dieser mit Vers 5 vorgenommen wird, damit man weiter mit "er" schreibt. Und dazu passt auch der Kontext. Der Geist, der in uns wohnt, ist der Heilige Geist, also Gott. Diese Ausdrucksweise ist für mich hier nicht zweideutig, bei dir jedoch schon, aber an der Stelle hat deine Auslegung für mich keine Logik.
Meine Einschätzung:
Du versuchst mit Grammatik den Aussagesinn nach deiner Logik zu formen, aber das ist oft ein Exegesefehler, denn damit stellst du die Grammatik über den Kontext. Es ist jedenfalls dann falsch, wenn die Grammatik nicht eindeutig ist.
Und das ist der Fall, sonst wäre nicht elendslang darüber geredet worden. Es sollte jemand klar sein, der sich mit Schriftauslegung nicht gerade erst eine Woche beschäftigt, dass in dem Fall der Kontext den Vorrang hat.