Lea hat geschrieben: ↑Fr 1. Mai 2026, 13:52
Zippo hat geschrieben: ↑Fr 1. Mai 2026, 12:25
Mit Buße und Umkehr kann ich Elia gut identifizieren, denn dafür steht ja z. Bsp. das Gottesurteil auf dem Berg Karmel.
1 Kö 18,...21.... Danach wurden die Priester Baals erschlagen und Elia mußte fliehen, vor dem Zorn Isebels.
Es fällt mir also schwer, den Elia mit Gnade in Verbindung zu bringen. Obwohl ihm Gott am Berg Sinai, wohin er geflohen war, gnädig anspricht, also "in einem sanften Säuseln", wie es heißt.
Es war allein übrig geblieben, sagt er.
Ist interessant, wie du genau diese "Geschichte" einordnest.
Ich habe dieses Beispiel schon vor längerer Zeit in meinem persönlichen Blog mehrmals als Beispiel dafür angewendet, dass Gott dem Elia Unterstützung gab, weil er alles mit Gott tat und auf Gott vertraute. Das zeigt (mir), dass Gott Menschen, die sich IHM anvertrauen und vertrauen, unterstützt - selbst wenn dieser einen Weg nimmt, der nicht so wirklich Gottes Plan entspricht.
Elia hatte großes Gottvertrauen, aber als nach dem Gottesurteil auf dem Karmel die Baalspropheten ermordet wurden, da brachte ihm Isebel folgende Botschaft:
[1. Kön 19,1-4] Und Ahab sagte Isebel an alles, was Elia getan hatte und wie er hatte alle Propheten Baals mit dem Schwert erwürgt. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter tun mir dies und das, wo ich nicht morgen um diese Zeit deiner Seele tue wie dieser Seelen einer. Da er das sah, machte er sich auf und ging hin um seines Lebens willen und kam gen Beer-Seba in Juda und ließ seinen Diener daselbst. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise und kam hinein und setzte sich unter einen Wacholder und bat, dass seine Seele stürbe, und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser denn meine Väter.
Ahab war nach dem Gottesurteil noch für den HERRN und seine Propheten und hatte die Baalspriester töten lassen, aber leider war daheim seine Frau Isebel unbelehrt geblieben und Elia hatte Angst vor ihr.
Lea
Das Blutbad mit den Baalspriestern war, nach meinem Empfinden, nicht das, was Gott genau so geplant hat, wie es abgelaufen ist. Sondern dass es im Übereifer von dem Propheten Elia geschehen ist.
Elia hatte den Befehl gegeben, die Baalspriester zu ergreifen, aber Soldaten hatten sie wahrscheinlich getötet. Und ich könnte mir sogar vorstellen, daß Gott damit einverstanden war. Denn Isebel hatte mit den Propheten des HERRN ja das gleiche gemacht. Der Prophet Obadja mußte sie in Höhlen verstecken, damit sie nicht auch ermordet wurden. Und dann traf er Elia, der bis dahin unauffindbar war, um sich dem König Ahab zu zeigen. 1 Kö 18,1-15
Das Erschlagen der Baalspriester wäre nichts Ungewöhnliches und eine göttliche Racheaktion zu betrachten.
Lea
Darum (meine Auslegung) stürzte danach Elia erst einmal in eine tiefe Depression (kennt vielleicht auch manch einer aus dem eigene Erleben, nach einem Höhenflug der Gefühle) welche sich in seiner Rede an Gott "ich habe geeifert ..."
1.Könige 19,10
... und Gott (der Engel) stärkt ihn erst einmal auf die ganz menschliche Art - und schickt ihn dann auf den Berg Kamel. Dort kommt dann die "Gottesbegegnung " zustande, die so ein ganz anderes Signal gibt, als das "Blutbad" am Ende des Geschehens am Karmel.
Elia flieht, wird dann von Gott mit Speis und Trank gestärkt und wird zum Berg Horeb beordert. Das ist ein anderer Name für den Berg Sinai in Arabien. Dort wo der Bund des Gesetzes geschlossen wurde. Besondere Ereignisse geschehen in der Bibel oft auf Bergen.
[1. Kön 19,5-8] Und er legte sich und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Stehe auf und iss! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und eine Kanne mit Wasser. Und da er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HERRN kam zum andernmal wieder und rührte ihn an und sprach: Stehe auf und iss! denn du hast einen großen Weg vor dir. Und er stand auf und aß und trank und ging durch Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis an den Berg Gottes Horeb.
Die Beggnung Jesu mit Mose und Elia bzw. deren Erscheinung, soll auf dem Berg Tabor gewesen sein. Der Berg Hermon stand auch mal zur Diskussion.
Lea
Ein Prediger stellte dazu die Frage in den Raum: "Warum zeigte Gott wohl dem Elia genau dieses "Gottesbild" zu diesem Zeitpunkt?
Für mich war dies ein deutliches Signal mit der Botschaft von Gott, dass Gott Menschen "belohnt", die IHM grenzenlos vertrauen. Auch manchmal sogar so, dass Gott segnet, wenn der Glaubende eine andere (scheinbar falsche) Richtung nimmt, als zuvor vorgesehen war. Gott sorgt dann dafür, dass
das Ziel (trotzdem) erreicht wird.... so wie auch hier ....
1.Könige 18,39
Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott!
Und mit dieser Interpretation der Geschichte kann man vielleicht auch deutlich das Geschehen um den Eila der "Gnade" zuordnen.
Man sagt schon, daß Gott aus krummen Wegen gerade macht, meistens im Zusammenhang mit dem Altvater Jakob.
Das mag auch hier gewesen sein, denn zunächst war Elia von Angst getrieben. Trotz dieser gewaltigen Zeichen, die er gegeben hatte, denn das Opfer des HERRN war in Brand aufgegangen. Und durch das Gebet des Elia wurde die Trockenheit beendet und es regnete wieder.
[Jak 5,16-18] Bekenne einer dem anderen seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elia war ein Mensch gleich wie wir; und er betete ein Gebet, dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.
Mir ist der Wortlaut des Paulus wichtig geworden, er sprach von der " Wahl der Gnade. "
Zu Elias Zeiten war es nicht ganz so schlimm um Israel bestellt, wie Elia dachte, denn es gab immer noch Einige, die dem Baal nicht die Knie gebeugt haben.
1 Kö 19,18
Und ich will lassen übrigbleiben siebentausend in Israel: alle Kniee, die sich nicht gebeugt haben vor Baal, und allen Mund, der ihn nicht geküsst hat.
Und eine ähnliche Situation ergab sich für die christliche Gemeinde und das Volk Israel, über das Paulus nachdenkt und er denkt an dieses Wort Gottes an Elia:
[Röm 11,1-5] So sage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israeliter von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor ersehen hat. Oder wisset ihr nicht, was die Schrift sagt von Elia, wie er tritt vor Gott wider Israel und spricht: „Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerbrochen; und ich bin allein übriggeblieben, und sie stehen mir nach meinem Leben“? Aber was sagt die göttliche Antwort? „Ich habe mir lassen übrig bleiben siebentausend Mann, die nicht haben ihre Kniee gebeugt vor dem Baal.“ Also gehet es auch jetzt zu dieser Zeit mit diesen, die übriggeblieben sind nach der Wahl der Gnade.
Es gab wieder eine Wahl der Gnade, die sich zu Gottes Botschaft gehalten haben, sie haben willig den alten Bund verlassen, um sich dem neuen Bund anzuschließen, der durch das Werk Jesu gegründet war.
Gruß Thomas