Sunbeam hat geschrieben: ↑Do 9. Jul 2026, 09:55
Deiner unvoreingenommenen Meinung nach, war es wirklich nötig, das sich das Christentum (eigentlich die Kirche) das alte Testament einverleibte und so die exegetische Deutungshoheit auch über den Tenach übernahm?
Manchmal denke ich, die christliche Theologie/Kirche/Exegese hat sich damit ein gewaltiges Kuckucksei in das eigene Nest gelegt.
Denn die daraus in späteren Jahrhunderten folgenenden theologischen Widersprüche und Ungereimtheiten.........
Das mit Marcion ist so, der böse Gott im AT und der Liebe Gott im NT (wobei der Gott im NT die „verlorenen“ in der Hölle auf ewig schmoren lässt, ob das dann immer noch „lieb“ ist, bleibt mal vorangestellt. (Marcion hatte dazu noch die Paulusbriefe geändert und wollte diesen Bruch endgültig).
Die Frage ist nun, was das Kuckucksei der Kirche ist. Das AT, also Übernahme der Tenach, oder ihre eigene neue Lehre, welche auf der Tenach basieren soll, was sie aber nicht tut.
Der Knackpunkt dabei jener Jude Jesus, der in der Tenach, im Judentum verwurzelt ist, diese Lehre vertrat, wenn auch auf ein etwas extreme Weise, der „Messias“, also ein Messias-Konzept, welches man aus der Tenach herauslesen will, wo man aber hineininterpretiert, in der Meinung, so sollte es sein. Die Enttäuschung der Naherwartung Jesu, der Eschatologie, wo man nun ein neues „Konzept der Lehre erarbeiten musste, wobei da Paulus schon bestimmte Vorarbeit geleistet hatte.“
So wurde dann so einiges „zusammengepflastert“, was nur zu Widersprüchen kommen konnte. Das Fatale daran ist, dass dies schon im 1. Jahrhundert begann (z.b.: JoEv), wo man sich je länger je mehr vom jüdischen, der Tenach-Lehre abwandte bis dahin, dass auf den Konzilen beschlossen wurde, dass man mit dem Judentum (dabei wurden die Juden auf schmählichste beschimpft) rein gar nichts mehr zu tun haben wollte (den Ballast aber nicht abschütteln konnte), und so wurde aus dem Juden Jesus ein Gott für die Kirche.
Grundsätzlich musste das Christentum das „AT“ einverleiben, gibt es doch um die 200 Zitate aus der Tenach im NT, welche, wenn auch in Umdeutung (damit erfüllt wurde…) und aus dem Kontext gerissen, und schlecht und zum Teil falsch zitiert (dass es passend erscheint), die neue Lehre rechtfertigen sollte. Die ganze Prophetie über den Messias stammt aus der Tenach, vor allem das, was Jesus auch nicht erfüllte, und das sind so ca. 99%, also die wesentlichen Aussagen. Ob nun jemand in Bethlehem geboren wurde, oder auf einem Esel nach Jerusalem ritt, ist doch keine Bestätigung oder Beweis der Verheissung.
Dies Bürde bringt sie nicht mehr los (schon Reformer wie Luther, oder Zwingli (CH), konnten gegen das Papsttum wenig ausrichten, blieben aber bei deren Grundsätzen) man betrachtet dies dann als den Geist Christi, dem Gottes-Geist gleich, handelt in eigener Autorität (Umstellung der Festtage usw, Konzilsbeschluss)
Würde sich die „Kirche“ zurückbesinnen, was wirklich war, was Jesus wirklich wollte (und das war ganz sicher nicht eine neue, diese christliche Lehre, er wäre zu Recht aufgrund der Lehre Gottes in der Torah als Irrlehrer hingerichtet worden), würde sie ihr Gesicht verlieren, die Menschen wären dann ohne ihren Halt, Tradition verpflichtet (dies ist die Rechtfertigung der Kirche, Tradition ist massgebend und nicht die was wirklich war.)
Und so macht man es dann einfach, wer nicht an Jesus glaubt, versteht die Tenach, die Propheten nicht…
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.