Ein letzter Beitrag sei mir noch erlaubt, der als Abschluss zum Thema dienen soll.
oTp hat geschrieben: ↑Mo 6. Jul 2026, 08:28
Um unterscheiden zu können, sollte man sich auskennen mit den Erscheinungsformen psychischer Krankheiten und Dämonisierung.
Dem stimme ich zu. Das Herumreden um den heißen Brei bringt jedenfalls nichts. Ich habe nun auch den link gelesen, den oTp von Koch zu Besessenheit eingestellt hat. Klare Unterscheidungsmerkmale zwischen Besessenheit und psychischer Erkrankung finde ich keine. Der Aspekt der Tobsuchtsanfälle kann ein Indiz sein, aber bewiesen ist Besessenhait damit nicht.
Man könnte dazu den biblischen Fall aus der Synagoge in Kapernaum hernehmen (Lk 4:33-35]. Der Besessene dürfte nicht nur geschrien haben, er unterlag vermutlich einem Tobsuchtsanfall, wie er Jesus angeherrscht hatte. In dem Fall wissen wir, dass er besessen war.
Ein weiterer Hinweis wäre die abwertende Reaktion auf Gebet oder den Namen Jesu. In dem Fall tendiere ich auch auf Besessenheit, aber es ist auch das als Beweis noch nicht ausreichend. Bei Jesus sehen wir solche Fälle nicht, daher ist das kein klares Indiz.
Mir fällt aber eines auf: Es wird von keinem der in dem Artikel namentlich erwähnten Experten berichtet, auch nicht von Koch selbst, dass einer auch Dämonen ausgetrieben hatte. Das relativert die gesamte Beschäftigung mit der Materie, denn wozu ist es dann nütze?
Es steht auch fest, dass schulmedizinische Behandlung keine Wirkung erzielt, darin ist man sich einig. Wenn aber keiner von Gott die Autorität erhalten hat Dämonen auszutreiben, dann ist die ganze Mühe und Forschung leider recht nutzlos. Es wird auch erwähnt, wenn schon, dass nur Wiedergeborene Besessenheit erkennen können. Dem möchte ich zustimmen, da Gott es ihnen auch offenbaren kann.
Von mir kam der esentielle Hinweis, dass man nicht einfach nur Dämonen austreibt, als wäre das eine übliche christlchen Tätigkeit wie Krankenpflege, sondern dieses Zeichen ist vorwiegend eine Begleiterscheinung bei der Verkündigung des Evangeliums. Ich habe nichts davon gelesen, dass jemand dieses Werk auch zusammen ausführt. Damit hätte ich eine mögliche Erklärung für die Wirkungslosigkeit.
Wir sehen auch in der Schrift keinen Fall, der davon losgelöst wäre. Der Beruf bzw. die Berufung als Exorzist exisitert m.E. nicht als von Gott gegeben, da dies eben keine Gabe Gottes ist. Es war ein Befehl Jesu, aber im Zuge der Verkündigung, nicht für sich allein. Dieser spezifische Berufszweig der Kirche ist in meinen Augen Menschenwerk. An dieser Sicht hat sich damit für mich nichts geändert.
Ich ziehe für mich dieses Fazit: Ich vergesse das gesamte Gebiet der Dämonie. Aber falls Gott mich wieder in ein Team beordert um an der öffentlichen Verkündigung teilzunehmen, wofür ich bete, dann erbitte ich mir für einen etwaigen Fall die Gabe die Geister zu unterscheiden, damit ich weiß, ob ich predigen soll oder zuerst einen Dämon austreiben muss, denn man kann das nicht mischen. Das sehen wir auch an Jesus.
Und falls nichts dergleichen nötig ist, dann soll es auch gut sein, denn ich sehe ansonsten zuviel Aufhebens um dieses eine spezielle Thema, auch wenn es zugegebenermaßen spektakulär ist, sollte es auftreten, aber es darf nicht dominieren. Und falls es doch aufträte, und dies ist mein letzter Aspekt, so brauche ich dafür mitnichten irgendeine Expertise. Ich gebiete im Namen Jesu und Er macht das Seine, und damit fertig.
Ich habe im Zuge des Threads aber eines gelernt. Wir brauchen so gut wie nicht das Augenmerk auf Satans dämonische Folterknechte legen, sondern wir müssen vor dem Teufel selbst auf der Hut sein. Denn er begegnet uns tagtäglich, nicht etwa durch seine Folteknechte, sondern durch viele seiner Handlander, und das sind Menschen.
Daher habe ich das Thema dazu hier neu aufgesetzt:
Wie widerstehen wir dem Teufel?