Das verirrte Schaf und der verlorene Groschen

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Abischai
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Re: Das verirrte Schaf und der verlorene Groschen

Beitrag von Abischai »

Larson hat geschrieben: So 28. Jun 2026, 15:40 Dass das Schaf sich verirrte, war die Unaufmerksamkeit des Hirten. Also beide hatten etwas „verschlampt“.
Ich hatte das ganz anders dargelegt, da ist kein Platz für die Unaufmerksamkeit des Hirten.
Abischai hat geschrieben: Do 25. Jun 2026, 21:37 Während es das Verschulden der Frau war, den Groschen verloren zu haben, war es nicht das Verschulden des Hirten, daß das Schaf sich verirrt hatte. Israel hatte die Regeln, denen auch zugestimmt und davon profitiert, sie aber dann gebrochen und immer wieder verleugnet und dem Hirten ins Angesicht gesündigt. Dennoch ist Gott angetreten, dieses verirrte Volk zurückzubringen, und die sich zurückbringen lassen wollen (!!), wird er auch zurückbringen, es werden aber nicht alle sein...
Ein Hirte hat einen Hütehund, ich weiß nicht ob das damals in Israel zur Zeit Jesu auch so war, hier in Deutschland ist es aber so. Dessen Aufgabe ist es, die Schafe zusammenzuhalten. Bei Schafen ist es andes als bei Schweinen, die getrieben werden müssen. Bei Schafen geht der Hirte voran, ohne sich stets nach hinten umzusehen. Die Schafe folgen dem Hirten, wenn sie noch alle Tassen im Schrank haben. Wenn ein Schaf das NICHT tut, ist es allein das Verschulden des Schafes. Aber Schafe sind nun nicht sonderlich intelligent, sagt man. Wenn das Schaf sich absetzt und folgerichtig verirrt, sucht er Hirte es. Wann genau der Hirte das feststellt ist unerheblich, vielleicht bekommt er es sofort mit, führt aber zunächt den Rest der Herde an einen sicheren Ort um dann zurückzulaufen und das verirrte Schaf zu suchen.
Wie auch immer, aber das geht konform mit der Geschichte Israels und Gottes Handeln mit diesem Volk. Auch trifft das individuell auf jeden Menschen zu. Wir haben kein Recht darauf, daß Gott uns hinterherläuft um uns zurückzubringen. Wie gut daß er das trotzdem tut, aber ein einklagbares Recht darauf haben wir nicht.

Eine Schuld des Hirten zu erwägen kommt der steilen These gleich, Gott sei Schuld am Elend dieser Welt, weil ER ja schließlich den Baum der Erkenntnis geschaffen und dem Menschen das Gebot gegeben habe, keinesfalls davon zu essen. Diese recht alberne Ansicht sollte eigtentlich überwunden und ad Akta gelten.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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Zippo
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Re: Das verirrte Schaf und der verlorene Groschen

Beitrag von Zippo »

Hallo zusammen,

irgendwie meine ich, daß bei der Gegenüberstellung von Gleichnis und Wirklichkeit, Schaf - Mensch hier etwas durcheinandergerät.
Hirten haben schon die Aufgabe, auf die Schafe zu achten, das ist doch ihr Job. Sie können Hirtenhunde als Helfer haben oder auch Zäune ziehen. Das sind im übertragenden Sinne die mahnenden Geister und die Gebote.

Gott hat den Menschen auch ein Gewissen gegeben und die Freiheit, Entscheidungen zu treffen. Das trifft auf Schafe nur wenig zu, denn was wissen sie von Gut und Böse ? Sie merken bloß, daß jemand sie gerne bei der Herde halten will, Alleingänge sind unerwünscht.

Die Propheten sahen allerdings die Herde Israel manchmal an, wie verirrte Schafe und auch zu Jesu Zeiten war das nicht anders.
Jes 53,6
Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
Mt 9,36
Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselben; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.
Und obwohl er den Menschen Freiheit gibt, ihre Entscheidungen zu treffen, möchte der Herr Jesus ihnen nachgehen, um sie zum Vater zurückzubringen.
Lk 15,4
Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er der eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis dass er’s finde?
Aber Menschen werden nicht gewaltsam zurückgebracht, da ist wieder Entscheidung gefragt. Aber die Möglichkeit der Umkehr besteht, dazu muß man natürlich erkennen, daß Umkehr nötig ist.
Und was das Evangelium angeht, müßte der Glaube und die Erkenntnis dasein, daß für die Vergebung ein Mensch Strafe ertragen muß. Denn Gott ist nicht nur Vater, sondern auch oberster Richter, der kann nicht einfach ein Auge zudrücken, wie es Menschen schon mal machen.
[Jes 53,4-6] Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Zippo
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Re: Das verirrte Schaf und der verlorene Groschen

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Sa 27. Jun 2026, 06:14 Es liegt auf der Hand, dass Jesus mit dem älteren Sohn die Pharisäer und Schriftgelehrten gemeint hat.
Kann man das wirklich so sagen, oder geht es hier vielmehr um die Gerechten des AT, die es ja ohne Zweifel gab.
[1. Mo 18,23-24] und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? Es mögen vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?
...
[Hiob 4,7] Gedenke doch, wo ist ein Unschuldiger umgekommen? oder wo sind die Gerechten je vertilgt?
Es ist viel von den Gerechten im AT zu lesen. Als Gericht über Sodom und Gomorra kam, da war es nur Lot, der als Gerechter angesehen wurde und seine Familie wurde gerettet.
Aber immer wieder gab es Menschen, die von Gott als Gerechte angesehen wurden, im NT werden sie allerdings nicht als vollkommen angesehen.
Lk 19,21
Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!
Nichts konnte die Gerechten des AT vollkommen machen. Auch das Gesetz war dazu nicht in der Lage:
[Heb 10,1-2] Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst; alle Jahre muss man opfern immer einerlei Opfer, und es kann nicht, die da opfern, vollkommen machen; sonst hätte das Opfern aufgehört, wo die, die am Gottesdienst sind, kein Gewissen mehr hätten von den Sünden, wenn sie einmal gereinigt wären;
Was würde folgende Aussage Jesu für einen Sinn machen, wenn es bei dem älteren Sohn nur um die Pharisäer und Schriftgelehrten gehen würde ? :
Lk 15,7
Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.
Gerechte gab es zu allen Zeiten und die entsprechen meiner Meinung nach dem älteren Sohn im Gleichnis. Aber reicht dieses Urteil aus, um vollkommen zu sein ?
Mt 5,48
Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
[ELB-BK: 5. Mo 18,13] Du sollst vollkommen sein gegen den HERRN, deinen Gott.
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Larson
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Re: Das verirrte Schaf und der verlorene Groschen

Beitrag von Larson »

Abischai hat geschrieben: So 28. Jun 2026, 20:52 Ich hatte das ganz anders dargelegt, da ist kein Platz für die Unaufmerksamkeit des Hirten.
Wenn du die Unaufmerksamkeit des Hirten ausblendest, ok, aber wenn in PS 23 steht, „dein Stecken und Stab … usw. so hatte der Hirte nicht richtig geführt.
Abischai hat geschrieben: So 28. Jun 2026, 20:52 Ein Hirte hat einen Hütehund, ich weiß nicht ob das damals in Israel zur Zeit Jesu auch so war
….
Bei Schafen geht der Hirte voran, ohne sich stets nach hinten umzusehen.
Davon steht im Gleichnis nichts…. So baust du einen selbstgemachten Rahmen darum
Abischai hat geschrieben: So 28. Jun 2026, 20:52 Wenn ein Schaf das NICHT tut, ist es allein das Verschulden des Schafes.
Schafe können sich nicht falsch verhalten wie Menschen. (so wie auch Tiere nicht „böse“ sein können, nur wir empfinden es dann so)
Abischai hat geschrieben: So 28. Jun 2026, 20:52 Eine Schuld des Hirten zu erwägen kommt der steilen These gleich, Gott sei Schuld am Elend dieser Welt
Der Hirte ist aber nicht „Gott“, sondern ein Mensch, ein Mann.

Oder wenn ich anders frei hineininterpretiere:
Der Mann, der Hirte ist beauftragt, die Herde seines Herrn zu behüten. Was meinst du, was der Herr dem Knecht sagen wird? Wird er sich so freuen, oder ihm nicht sagen, „er solle doch gefällig besser aufpassen…“

Oder wenn du 100 Euro (oder sFr. 100.-) wieder findest, würdest du es der ganzen Nachbarschaft erzählen? Wie würden die sich „freuen“, mit einen: „ah, schön“ und dabei denken, „was die so alles verliert tztz“.. Und abgehakt ist die Sache.

Also, es geht im Gleichnis weder um die Person, welche etwas darstellen soll. Denn es geht nicht um den Rahmen, welcher das Gleichnis bildet.
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
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Helmuth
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Re: Das verirrte Schaf und der verlorene Groschen

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Di 30. Jun 2026, 12:07 Kann man das wirklich so sagen, oder geht es hier vielmehr um die Gerechten des AT, die es ja ohne Zweifel gab.
Wie aber passt das in den Kontext zu Lk.15? Wer ist dann der verlorenen Sohn? Ein Ungerechter? Oder nannte Jesus die Pharisäer, die ihm in allem in feindseliger Gesinnung widersprochen haben und vor deren Sauerteig er warnt, etwa gerecht? Für mich ist der Bezug zu Lk. 15:1-2 klar. Das war für mich eindeutig der Auslöser für die drei Gleichnisse, die Jesus aufgrunddessen erzählte.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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