Otto hat geschrieben: ↑Fr 26. Jun 2026, 23:09
da deine Antworten eigentlich Helmuth galten, gehe ich einfach mal davon aus, dass du nichts dagegen hast, wenn ich mich hier kurz einklinke und auch meine Gedanken dazu beitrage.
Es freut mich, wenn auch andere am Thema konstruktiv mitarbeiten. Als TE erwarte ich mir lediglich die Einhaltung der Forenrichtlinien, die spezifisch für das Bibelforum gelten. Dann ist jeder wiillkommen.
Otto hat geschrieben: ↑Fr 26. Jun 2026, 23:09
Was du hier beschreibst, ist kein göttliches Wirken, sondern ein rein menschlicher Vorgang.
Das Lesen und Auslegen der Schrift ist und bleibt immer ein Akt des persönlichen Verständnisses.
Ja und nein würde ich sagen. Ja, weil diese Aufgabe der Mensch ausführt, nein, weil Gott alles erst ermöglicht. Wir sind sein Geschöpf und können uns nicht selbst begaben. Alles kommt von ihm, sogar der Glaube:
Epheser 2.8-10 hat geschrieben: Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.
Den Lernprozess können und müssen wir nicht völlig begreifen, aber es lässt sich sagen, er ist eine Zusammenarbeit von Gott und Mensch, die sog. Beziehung, die Gott darum auch fördert. In einfachen Worten drückt das der Spruch: "Der Mensch denkt und Gott lenkt" aus -->
Sprüche 16:9.
Das gilt selbst für Paulus. Er erhielt Worte vom Herrn, da er auch sein Prophet war, die braucht keiner auslegen und er wurde geleitet. Das beinhaltet auch die Niederschrift seiner Briefe, zu denen er vom Heiligen Geist angetrieben wurde wegen der vielen Sorgen um seine Gemeinden.
Lehre ist auch eine Gabe. Hier wieder: Die Gabe ist von Gott, die Nutzung, wie du richtig sagst, ein menschlicher Vorgang. Lukas wurde wieder anders angetrieben, auch vom Heilgen Geist, aber er erhielt seine Worte durch Zeugen. Seine Gabe bestand im Aussortieren zuverlässiger Texte. Die Leitung erfolgt bei jedem individuell, allen jedoch ist sie ein Beistand, wie Jesus sagt.
Rilke schätzt die Aufgabe des Heiligen Geistes anders ein und meint seine Kirche habe ein Exklusivrecht zur Auslegung erhalten. Das führt zu Arroganz und dazu, wovor Jesus in
Mt. 15 bzw.
Mk. 7 warnt, das Wort Gottes um der eigenen Auslegung willen außer Kraft zu setzen.
Der Parakletos wird auch nicht als "Lehrer" oder "Ausleger" übersetzt, sondern als Beistand. Das ist seine Funktion. Er fungiert wie dein dir persönlich zugeteilter Rechtsanwalt, berät und vertritt dich in allen Belangen und warnt dich vor möglichen Gefahren. Darin sehe ich auch die Funktion des Gewissens, die wir nun abhandeln.
Otto hat geschrieben: ↑Fr 26. Jun 2026, 23:09
Deine Frage lenkt vom eigentlichen Kern ab.
Du hast das demnach auch wie ich erkannt. Haben wir damit nun Recht?
Am Ende ist es weder eine Frage der Mehrheit noch der Denomination. So folge ich weder der RK- noch der ZJ-Lehre und ich habe auch jede Menge charismatischen Stumpfsinn abgelegt, damit sich nur keiner auf den Schlips getreten fühlt. Du sagst sehr treffend, mit "fühlen" ist nicht.
Mit jeder selbsgebackenen Autorität oder Lehre, der man nachhinkt, leitet dich damit nicht mehr der Geist selbst. So schwindet das innige Verhältnis zu Gott, um anstelle dessen den Gefühlen freien Lauf zu lassen, Ja, das kenne ich und habe es oft genug erlebt. Die ganze Spiritismus-Welt lebt übrigens auch davon.
Weiters schwindet damit auch die Einheit, um die Jesus in
Johannes 17 innigst zum Vater betet, wenn jede Denomination ihre eigene Lehrsuppe kocht. Man kann sie aber erzielen, doch das sei ein anderes Thema.
Otto hat geschrieben: ↑Fr 26. Jun 2026, 23:09
1. A denkt richtig und interpretiert den Gesamttext korrekt.
2. B denkt richtig und interpretiert den Gesamttext korrekt.
3. Keiner von beiden hat recht, weil beide den Text falsch auslegen.
Gute Analyse. So mache ich es auch, da Logik auch von Gott gegeben ist und nicht der Mensch erfunden hat. Man verhindert so sich in dogmatisch vorgegebenen Positionen zu verrennen, denn der Mensch ist auch fehleranfällig. Wenn ich heute denke eine Lehre durch den Heiligen Geist erhalten zu haben, dann wäre dies eine davon.
Aber das sind gute Überleitungsworte für unser Korrektiv 3, das Gewissen. Was du "Fühlen" nennst, wiewohl es subjektiv ist, so regt sich in dir auch die innere Stimme des Gewissens. Solange du fühlst, bis du jemand, der lenkbar ist. Daher ist das nicht unwichtig.