Die Entstehung des AT

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renato23
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von renato23 »

Helmuth hat geschrieben: Mi 3. Jun 2026, 17:04 Dazu ein simpler Aspekt: Wie möchte Mose seinen eigenen Tod beschrieben haben, nachdem er verstorben war? Das ist der einfachste Sachverhalt, aber es zeigen andere Hinweise auch, dass es zur Torah eine Entwicklung gibt, die erst in etwa unter Ersa im 5. Jh. v. Chr ihre Endform gefunden hat.
Sehr interessanter Aspekt. Das 5. Buch Mose unterscheidet sich auch in mancherlei Hinsicht vom 2. bis 4. Buch Mose. Im 5. gibt es lediglich eine Rückschau auf die Zeit des Auszug aus Aegyptens bis kurz vor Einmarsch und späterer kriegerischer Einnahme des Landes Kanaan.

In einem anderen Forum stimmte mich die Aussage nachdenklich, dass all die gottlosen Tötungsvorschriften in der Tora unmöglich von Gott gegeben worden sein können und vermutlich von der Priesterklasse unter Esra im 5. Jahrhundert so hineingeschrieben und seither weitgehend -leider- für WAHR gehalten werden.

Genau genommen ist doch die gesamte Wüstengeschichte vollkommen unrealistisch, unheilvoll, so wie wir sie vorfinden. Wohl deshalb haben im 1. Jahrhundert der gewaltlose, sanftmütige Rabbi Hillel die gesamte Tora als erfüllt erklärt, wenn man niemandem was antue, was einem selbst nicht lieb sei.. Talmud Schabbat 31 a
....wie ja auch Jesus Christus die bisherigen Gesetze und Propheten als erfüllt erklärte, wenn man den Nächsten so behandelt, wie man es sich von ihm wünscht. Mt. 7.12.

Und auch Paulus dem nach der Begegnung mit Jesus ein Licht aufging, dass wie der Sohn Gottes lehrte, die nurmehr aufrichtig gelebte Liebe die Erfüllung der ewigen göttlichen Gebote, Du sollst nicht..(im Judentum auch als noachidische Gottesgebote geläufig) die Einhaltung gewährleistet.
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Helmuth
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Helmuth »

renato23 hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 09:13 Im 5. gibt es lediglich eine Rückschau auf die Zeit des Auszug aus Aegyptens bis kurz vor Einmarsch und späterer kriegerischer Einnahme des Landes Kanaan.
Umso wertvoller wird 5. Mose damit für die historische Aufarbeitung. Ich denke, dass an der Schrift auch Josua Teile davon redaktionell behandelt hatte. So wurde die Heils-Geschichte unter dem Propheten Mose weiter tradiert bis sie sich eines Tages zur Torah in der heutigen Form entwickelt hatte.

Nach meinen Recherchen könnte ihr Esra im 5. Jh. vor Chr. den letzten Schliff verpasst haben. Das ist historisch nicht einwandfrei belegt, aber er war wohl ein großer Lehrer seiner Zeit und las sie dem Volk vor:
Nehemia 8:2-3 hat geschrieben: Und am ersten Tag des siebten Monats brachte Esra, der Priester, das Gesetz vor die Versammlung, sowohl vor Männer als Frauen und vor alle, die Verständnis hatten, um zuzuhören. Und er las darin vor dem Platz, der vor dem Wassertor liegt, vom lichten Morgen bis zum Mittag, in Gegenwart der Männer und der Frauen und derer, die Verständnis hatten; und die Ohren des ganzen Volkes waren auf das Buch des Gesetzes gerichtet.
Das AT selbst war noch nicht abgeschlossen, aber ich denke die Torah war es, die unter Esra als "das Gesetz" in seiner Zeit öffentlich vorgelesen wurde.
renato23 hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 09:13 In einem anderen Forum stimmte mich die Aussage nachdenklich, dass all die gottlosen Tötungsvorschriften in der Tora unmöglich von Gott gegeben worden sein können und vermutlich von der Priesterklasse unter Esra im 5. Jahrhundert so hineingeschrieben und seither weitgehend -leider- für WAHR gehalten werden.
Aha, du hast damit ein völlig anderen Bild als ich vom Hohepriester Esra und der unter ihm dienenden Priester, der das biblische Zeugnis eines aufrechten Mann Gottes hat und auch als Autor an der Schrift mitgewirkt hatte. Er wird von dir der vorsätzlichen Bibelfälschung bezichtigt. Und wen soll das überzeugen?

Danke, damit wie alles weitere, was du in diese Richtung dazu beiträgst, jedenfalls für mich wertlos. Mehr will ich gar nicht sagen, es reicht schon diese Keule, die du hier wirfst und man von dir schon gewohnt ist.
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Zippo
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 11:06
renato23 hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 09:13 Im 5. gibt es lediglich eine Rückschau auf die Zeit des Auszug aus Aegyptens bis kurz vor Einmarsch und späterer kriegerischer Einnahme des Landes Kanaan.
Umso wertvoller wird 5. Mose damit für die historische Aufarbeitung. Ich denke, dass an der Schrift auch Josua Teile davon redaktionell behandelt hatte. So wurde die Heils-Geschichte unter dem Propheten Mose weiter tradiert bis sie sich eines Tages zur Torah in der heutigen Form entwickelt hatte.

Nach meinen Recherchen könnte ihr Esra im 5. Jh. vor Chr. den letzten Schliff verpasst haben. Das ist historisch nicht einwandfrei belegt, aber er war wohl ein großer Lehrer seiner Zeit und las sie dem Volk vor:
Nehemia 8:2-3 hat geschrieben: Und am ersten Tag des siebten Monats brachte Esra, der Priester, das Gesetz vor die Versammlung, sowohl vor Männer als Frauen und vor alle, die Verständnis hatten, um zuzuhören. Und er las darin vor dem Platz, der vor dem Wassertor liegt, vom lichten Morgen bis zum Mittag, in Gegenwart der Männer und der Frauen und derer, die Verständnis hatten; und die Ohren des ganzen Volkes waren auf das Buch des Gesetzes gerichtet.
Das AT selbst war noch nicht abgeschlossen, aber ich denke die Torah war es, die unter Esra als "das Gesetz" in seiner Zeit öffentlich vorgelesen wurde.
Die Torah war mit Sicherheit abgeschlossen. Das 5 Buch Mose wird von einem Schreiber niedergeschrieben, der von Mose in der 3 Person spricht.
5 Mo 1,1
Das sind die Worte, die Mose redete zum ganzen Israel jenseits des Jordans in der Wüste, auf dem Gefilde gegen das Schilfmeer, zwischen Pharan und Tophel, Laban, Hazeroth und Disahab.
Die Rede wird in der Ich-Form geschrieben: Z. Bsp.
[5. Mo 11,26-28] Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen so ihr gehorchet den Geboten des Herrn, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, so ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes, und abweichet von dem Wege, den ich euch heute gebiete, dass ihr anderen Göttern nachwandelt, die ihr nicht kennet.
So wird klar, daß Mose selbst der Schreiber nicht war, aber an der vollständigen Inspiration der Schrift zweifele ich trotzdem nicht.

Ich halte es für sinnvoll, wenn die Bücher Mose begleitend zu den Ereignissen geschrieben wurde, zur Zeit des Buches Mose werden ja bestimmte Ortsangaben gemacht.

Außerdem sollte sich das Volk Israel nach diesen Worten des Mose richten, da mußte das auch hin und wieder mal verlesen werden.

Unter den Königen Manasse und Amon gerieten die Gebote und Weisungen Gottes in Vergessenheit.
Unter der Herrschaft des Königs Josia, der ein Reformer war, wurde das 5 Mose bei Renovierungsarbeiten im Tempel gefunden und verlesen.
[2. Kön 22,8-13] Und der Hohepriester Hilkia sprach zu dem Schreiber Saphan: Ich habe das Gesetzbuch gefunden im Hause des HERRN. Und Hilkia gab das Buch Saphan, dass er’s läse. Und Saphan, der Schreiber kam zum König und gab ihm Bericht und sprach: Deine Knechte haben das Geld ausgeschüttet, das im Hause gefunden ist und haben’s den Werkmeistern gegeben, die bestellt sind am Hause des HERRN. Auch sagte Saphan, der Schreiber, dem König und sprach: Hilkia, der Priester, gab mir ein Buch. Und Saphan las es vor dem König.
Da aber der König hörte die Worte im Gesetzbuch, zerriss er seine Kleider. Und der König gebot Hilkia, dem Priester, und Ahikam, dem Sohn Saphans, und Achbor, dem Sohn Michajas, und Saphan, dem Schreiber, und Asaja, dem Knecht des Königs, und sprach: Gehet hin und fraget den HERRN für mich, für das Volk und für ganz Juda um die Worte dieses Buchs, das gefunden ist; denn es ist ein großer Grimm des HERRN, der über uns entbrannt ist, darum dass unsere Väter nicht gehorcht haben den Worten dieses Buchs, dass sie täten alles, was darin geschrieben ist.
Die Forschung geht davon aus, daß es das 5 Buch Mose gewesen wäre.

Zu Zeiten Esras war die Zeit der Rückführung und Wiederherstellung des Tempels, da waren die Bücher des Mose auch da, aber warum soll er sie verändert haben ?
Die Juden haben ein außerordentliches System entwickelt, um die Schrift abzuschreiben, da werden alle Buchstaben gezählt; das sind die Masoreten.
Wie sollte irgendjemand eine Veränderung hineingebracht haben ? Das glaube ich nicht, da gibt es keine Anweisung Gottes und keine Notwendigkeit dafür.

Gruß Thomas
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Helmuth
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Die Rede wird in der Ich-Form geschrieben: ...
Die Reden in der Ich-Form im 5. Buch Mose zeugen, dass Mose der Urheber der Worte ist, aber nicht, dass er sie auch niedergeschrieben haben muss. Ich sage Teile ja, aber nicht alles. Es hat aber das ganze Volk zugehört, zumindest die Häupter der Sippen und das war eine große Anzahl.

Rein praktisch konnte Mose nicht zu 2 Millionen Menschen sprechen und das auch in einem Stück schreiben, das wäre damals schon rein technisch gesehen ein Unding gewesen, aber zu 2.000 ist es möglich gleichzeitig zu sprechen. Wenn es heißt, er spach zum Volk, dann war es zu deren Häupter.

Das wären die Vorsteher über jede Sippe über je 1.000. Alos 2.000 x 1000 = 2 Millionen. In zwei Vorgängen kann es das ganze Volk gehört haben und durch so viele Zeugen kann es nicht auseinanderdriften, wenn man dann ein Werk daraus macht. Das Amt der ersten Schriftpflege wurde der Priesterschaft übertragen.
Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Ich halte es für sinnvoll, wenn die Bücher Mose begleitend zu den Ereignissen geschrieben wurde, zur Zeit des Buches Mose werden ja bestimmte Ortsangaben gemacht.
Das sind wertvolle Hinweise, mit denen die historische Forschung arbeitet, um eine zeitliche Einordnung der Geschehnisse bzw. der Abfassung von Texten vornehmen kann. Das gilt besonders für die Genesis bzw. auch für weitere Bücher in denen man die frühen Namen liest als auch die Namensgebung zur Zeit der Niederschrift. Ein Beispiel:
1.Mose 28:19 hat geschrieben: Und er gab diesem Ort den Namen Bethel; aber im Anfang war Lus der Name der Stadt.
Solche Hinweise sind zwar spärlich, aber entsprechende archäologischen Funde belegen auf diese Weise auch immer wieder die Richtigkeit biblischer Angaben zum Trotz ihrer vielen Leugner.
Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Zu Zeiten Esras war die Zeit der Rückführung und Wiederherstellung des Tempels, da waren die Bücher des Mose auch da, aber warum soll er sie verändert haben ?
Nicht verändert, sondern redaktionell bearbeitet. Das ist was anderes. Es ist keine Verfälschung von Tatsachen, sondern z.B. eine bessere Gliederung von Text-Abschnitten. Dass vereinzelt auch Fehler passieren können, habe ich anhand der Talionsprüche gezeigt.
Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Die Juden haben ein außerordentliches System entwickelt, um die Schrift abzuschreiben, da werden alle Buchstaben gezählt; das sind die Masoreten.
Ja in der Tat, die gesicherte Übertragung durch eine zusätzliche Redundanz kommt bis heute auch in aller Hochtechnologie zur Anwendung. Diese Zeit begann aber erst nach Finalisierung eines Textes. Darum nennt man ältere Texte zuvor proto-masoretisch.
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Zippo
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 18:23
Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Die Rede wird in der Ich-Form geschrieben: ...
Die Reden in der Ich-Form im 5. Buch Mose zeugen, dass Mose der Urheber der Worte ist, aber nicht, dass er sie auch niedergeschrieben haben muss. Ich sage Teile ja, aber nicht alles. Es hat aber das ganze Volk zugehört, zumindest die Häupter der Sippen und das war eine große Anzahl.
Ein Schreiber muß gewesen sein. Aber der wurde von Gottes Geist geleitet. So ein gutes Gedächtnis kann keiner haben, um diese recht umfangreichen Reden aufzuschreiben.
Und der Herr Jesus sagt, daß nicht der kleinste Buchstabe zergeht, bis das alles geschieht.
[Mt 5,17-18] Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe.
Helmuth

Rein praktisch konnte Mose nicht zu 2 Millionen Menschen sprechen und das auch in einem Stück schreiben, das wäre damals schon rein technisch gesehen ein Unding gewesen, aber zu 2.000 ist es möglich gleichzeitig zu sprechen. Wenn es heißt, er spach zum Volk, dann war es zu deren Häupter.

Das wären die Vorsteher über jede Sippe über je 1.000. Alos 2.000 x 1000 = 2 Millionen. In zwei Vorgängen kann es das ganze Volk gehört haben und durch so viele Zeugen kann es nicht auseinanderdriften, wenn man dann ein Werk daraus macht. Das Amt der ersten Schriftpflege wurde der Priesterschaft übertragen.
Das stimmt schon, die Verbreitung des Wortes mußte organisiert werden. Am Anfang hat Mose vielleicht noch zu dem ganzen Volk gesprochen, aber sie waren ja 40 Jahre in der Wüste, da hat sich das Volk vermehrt.
Es war aber auch genug Zeit das Wort der Thora aufzuschreiben, damit auch kommende Generationen Bescheid wissen. Denn es heißt ja:
[5. Mo 4,5-7] Siehe, ich habe euch gelehrt Gebote und Rechte, wie mir der HERR, mein Gott, geboten hat, dass ihr also tun sollt in dem Lande, darein ihr kommen werdet, dass ihr’s einnehmet. So behaltet’s nun und tut es. Denn das wird eure Weisheit und Verstand sein bei allen Völkern, wenn sie hören werden alle diese Gebote, dass sie müssen sagen: Ei, welch weise und verständige Leute sind das und ein herrlich Volk! Denn wo ist so ein herrlich Volk, zu dem Götter also nahe sich tun als der HERR, unser Gott, so oft wir ihn anrufen?
Also mußte die Thora fertig sein, bevor die Israeliten in das gelobte Land eingedrungen sind, damit sie alles so tun können, wie Gott es dem Mose mitgeteilt hatte.

Teile der Schrift hat auch Mose aufgeschrieben, dazu fand ich folgende Verse:
[2. Mo 24,3-4] Mose kam und erzählte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Rechte. Da antwortete alles Volk mit einer Stimme und sprachen: Alle Worte, die der HERR gesagt hat, wollen wir tun. Da schrieb Mose alle Worte des HERRN und machte sich des Morgens früh auf und baute einen Altar unten am Berge mit zwölf Säulen nach den zwölf Stämmen Israels
2 Mo 34,27
Und der HERR sprach zu Mose: Schreib diese Worte: denn nach diesen Worten habe ich mit dir und mit Israel einen Bund gemacht.
[4. Mo 33,1-2] Das sind die Reisen der Kinder Israel, da sie aus Ägyptenland gezogen sind mit ihrem Heer durch Mose und Aaron. Und Mose beschrieb ihren Auszug, wie sie zogen nach dem Befehl des HERRN, und dies sind die Reisen ihres Zuges.
Helmuth
Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Ich halte es für sinnvoll, wenn die Bücher Mose begleitend zu den Ereignissen geschrieben wurde, zur Zeit des Buches Mose werden ja bestimmte Ortsangaben gemacht.
Das sind wertvolle Hinweise, mit denen die historische Forschung arbeitet, um eine zeitliche Einordnung der Geschehnisse bzw. der Abfassung von Texten vornehmen kann. Das gilt besonders für die Genesis bzw. auch für weitere Bücher in denen man die frühen Namen liest als auch die Namensgebung zur Zeit der Niederschrift. Ein Beispiel:
1.Mose 28:19 hat geschrieben: Und er gab diesem Ort den Namen Bethel; aber im Anfang war Lus der Name der Stadt.
Solche Hinweise sind zwar spärlich, aber entsprechende archäologischen Funde belegen auf diese Weise auch immer wieder die Richtigkeit biblischer Angaben zum Trotz ihrer vielen Leugner.
Dann muß es doch inspiriert gewesen sein, denn die Geschichten aus Genesis dürfte niemandem mehr so klar im Gedächtnis geblieben sein.
Helmuth
Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Zu Zeiten Esras war die Zeit der Rückführung und Wiederherstellung des Tempels, da waren die Bücher des Mose auch da, aber warum soll er sie verändert haben ?
Nicht verändert, sondern redaktionell bearbeitet. Das ist was anderes. Es ist keine Verfälschung von Tatsachen, sondern z.B. eine bessere Gliederung von Text-Abschnitten. Dass vereinzelt auch Fehler passieren können, habe ich anhand der Talionsprüche gezeigt.
Wo sollen noch mal die Fehler sein ?
Helmuth
Zippo hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 13:03 Die Juden haben ein außerordentliches System entwickelt, um die Schrift abzuschreiben, da werden alle Buchstaben gezählt; das sind die Masoreten.
Ja in der Tat, die gesicherte Übertragung durch eine zusätzliche Redundanz kommt bis heute auch in aller Hochtechnologie zur Anwendung. Diese Zeit begann aber erst nach Finalisierung eines Textes. Darum nennt man ältere Texte zuvor proto-masoretisch.
Gott hat wahrscheinlich auch schon vorher über sein Wort gewacht, wenn er sagt, daß kein Buchstabe davon zergehe, bis alles erfüllt wird.
Es gab Texte, die hat Mose selbst geschrieben, andere haben die Schriften des Mose gesammelt und auch etwas dazu geschrieben, aber alles unter der Leitung Gottes. Es gab keinen redaktionellen Alleingang, der die Aussage der Schrift verfälscht hätte, denn jeder Buchstabe sollte sich ja erfüllen.

Gruß Thomas
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Helmuth
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 11:11 Teile der Schrift hat auch Mose aufgeschrieben, dazu fand ich folgende Verse:
Mehrere Texte verfasste Mose selbst. So finden wir auch einen Hinweis für dieses Gesetzbuch:
5. Mose 31:9 hat geschrieben: Und Mose schrieb dieses Gesetz nieder; und er gab es den Priestern, den Söhnen Levis, die die Lade des Bundes JHWH's trugen, und allen Ältesten Israels.
Schon an dem einem Text erkennt man, dass er selbst eine Redaktion ist, indem Mose in der 3. Person geschrieben steht. Ein weiterer Autor berichtet darüber, dass Mose dieses Gesetz niedergeschrieben hatte. Es enstand die erste Rohform der Torah.
5. Mose 31:10-11 hat geschrieben: Und Mose gebot ihnen und sprach: Am Ende von sieben Jahren, zur Zeit des Erlassjahres, am Fest der Laubhütten, wenn ganz Israel kommt, um vor JHWH, deinem Gott, zu erscheinen an dem Ort, den er erwählen wird, sollst du dieses Gesetz vor ganz Israel lesen, vor ihren Ohren.
Damit wurde den Leviten auch die Textpflege überantwortet und ihre weitere Redaktion.
Zippo hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 11:11 Es gab keinen redaktionellen Alleingang, der die Aussage der Schrift verfälscht hätte, denn jeder Buchstabe sollte sich ja erfüllen.
Die Leviten zählten insgesamt 22.000. Mose gehörte letztendlich auch dazu. Es konnten nicht alle Diener der Schrift sein, da die Leviten noch viele andere Aufgaben zu erfüllen hatten, aber von einem Alleingang kann keine Rede sein.

Ich nehme an, dass der Stamm Aaron insbesondere diese Aufgabe erfüllt hatte, denn sie wurden auch zu den obersten Richtern eingsetzt. Dazu brauchten sie auch eine juristische Ausbildung, wozu das Gesetzbuch gedient hatte.
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 14:47
Zippo hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 11:11 Teile der Schrift hat auch Mose aufgeschrieben, dazu fand ich folgende Verse:
Mehrere Texte verfasste Mose selbst. So finden wir auch einen Hinweis für dieses Gesetzbuch:
5. Mose 31:9 hat geschrieben: Und Mose schrieb dieses Gesetz nieder; und er gab es den Priestern, den Söhnen Levis, die die Lade des Bundes JHWH's trugen, und allen Ältesten Israels.
Schon an dem einem Text erkennt man, dass er selbst eine Redaktion ist, indem Mose in der 3. Person geschrieben steht. Ein weiterer Autor berichtet darüber, dass Mose dieses Gesetz niedergeschrieben hatte. Es enstand die erste Rohform der Torah.
5. Mose 31:10-11 hat geschrieben: Und Mose gebot ihnen und sprach: Am Ende von sieben Jahren, zur Zeit des Erlassjahres, am Fest der Laubhütten, wenn ganz Israel kommt, um vor JHWH, deinem Gott, zu erscheinen an dem Ort, den er erwählen wird, sollst du dieses Gesetz vor ganz Israel lesen, vor ihren Ohren.
Mose hat Vieles geschrieben und Verlesen, aber in der dritten Person hat er nicht von sich geschrieben, das glaube ich nicht.
Helmuth

Damit wurde den Leviten auch die Textpflege überantwortet und ihre weitere Redaktion.
Zippo hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 11:11 Es gab keinen redaktionellen Alleingang, der die Aussage der Schrift verfälscht hätte, denn jeder Buchstabe sollte sich ja erfüllen.
Die Leviten zählten insgesamt 22.000. Mose gehörte letztendlich auch dazu. Es konnten nicht alle Diener der Schrift sein, da die Leviten noch viele andere Aufgaben zu erfüllen hatten, aber von einem Alleingang kann keine Rede sein.

Ich nehme an, dass der Stamm Aaron insbesondere diese Aufgabe erfüllt hatte, denn sie wurden auch zu den obersten Richtern eingsetzt. Dazu brauchten sie auch eine juristische Ausbildung, wozu das Gesetzbuch gedient hatte.
Es gab bei einer Zählung für die Erstlingsauslösung 22000 Leviten 4 Mo 3,39, die hatten sich rund um die Stiftshütte gelagert.
Die Priester waren auch Leviten, wie ja auch Mose und Aaron, aber die Nachkommen Aarons waren allein das priesterliche Geschlecht.
Interessant was KI in diesem Zusammenhang auf die Frage "Waren die Leviten alle Priester in Israel ? sagt:
Nein, nicht alle Leviten waren Priester. Die Priester in Israel stammten ausschließlich aus der Linie von Aaron, einem Nachkommen Levis. Die übrigen Leviten waren Tempeldiener und Assistenten, die den Priestern bei ihren Aufgaben halfen.Die genaue Rollenverteilung gliederte sich wie folgt:Die Priester (Kohanim): Nur die direkten männlichen Nachkommen Aarons durften das Amt des Priesters ausüben. Sie brachten die Opfer dar und nahmen den heiligen Dienst am Altar vor.Die Leviten: Alle anderen männlichen Mitglieder des Stammes Levi. Sie unterstützten die Priester. Zu ihren Aufgaben gehörten der Transport der Stiftshütte (bzw. später der Tempelgeräte), Verwaltungsarbeiten, der Tempelchor und Wachdienste.Dieser Unterschied ist auch im modernen Judentum noch präsent, wo zwischen normalen Mitgliedern des Stammes Levi und den Nachkommen Aarons (siehe Familiennamen wie Cohen, Kohn, Kahn) unterschieden wird.
Es ist anzunehmen, daß Mose den Aaron und seine Söhne angewiesen hat, die Textpflege zu übernehmen.

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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Sa 13. Jun 2026, 10:42 Mose hat Vieles geschrieben und Verlesen, aber in der dritten Person hat er nicht von sich geschrieben, das glaube ich nicht.
Ich denke das auch nicht. Wenn Mose in der 1. Person schreibt, dann ist es unlogisch über sich in der 3.P. zu berichten. Dann sind andere Schreiber am Werk gewesen. Wie gesagt, die erste Quelle sind die Leviten, die können über "ihn" (3.P.) berichten. Darin ist Hebräsch nicht anders als unsere germanische Sprache.
Zippo hat geschrieben: Sa 13. Jun 2026, 10:42 Es ist anzunehmen, daß Mose den Aaron und seine Söhne angewiesen hat, die Textpflege zu übernehmen.
Danke für die Korrektur, denn die Priester grenzt es wirklich auf die Linie Aarons ein. Neben den Opfern war ihre Aufgabe die Schrifttradition. Die Textpflege begann so, war aber später nicht mehr nur Aufgabe der Priester.

Der Grund ist einfach. Mit dem Abfall von Gott, der ja schon unter Mose einsetzte, waren auch die Priesterschaft auf Dauer keine Institution, auf die Gott seine Zuverlässigkeit gesetzt hätte. Dazu geben uns die Propheten Aufschluss:
Hosea 4:6 hat geschrieben: Mein Volk wird vertilgt aus Mangel an Erkenntnis. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, so verwerfe ich dich, dass du mir nicht mehr Priesterdienst ausübst; und du hast das Gesetz deines Gottes vergessen.
Jesaja beschreibt sie noch verkommener:
Jesaja 28:7-8 hat geschrieben: Und auch diese wanken vom Wein und taumeln von starkem Getränk: Priester und Prophet wanken von starkem Getränk, sind übermannt vom Wein, taumeln vom starken Getränk; sie wanken beim Gesicht, schwanken beim Rechtsprechen. Denn alle Tische sind voll Unflat und Gespei, dass kein Platz mehr ist.
Das muss man sich mal vorstellen, total besoffen bei der öffentlichen Tätigkeit. Nachdem schon das Volk verkommt, dann auch seine Priesterschaft. Klar, dass Gott solchen das Amt wegnimmt.

Das passierte im 8. Jh, v. Chr., aber zuvor schon diente Elia aim 9. Jh. v. Chr. als Prophet Gottes. Er hatte sogar 100 Schüler in einem immer mehr von Gott abfallenden Volk.

Gott musste Wege suchen, sein Wort zu erhalten. Über besoffene Priester wird das schwierig. ;) So erweckte er nach Mose anfangs zuerst Richter und nachdem sich das Volk einen König erbeten hatte, die Propheten, wobei Samuel der erste war und diese neue Zeit eingeleitet hatte.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
Ziska
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Ziska »

Nebenbei bemerkt:
Gottes Volk war sehr weit weg von der wahren Anbetung!

Sie zeigten es auch dadurch, dass sie sich einen menschlichen König wünschten.
1.Samuel 8:4,5
4 Schließlich versammelten sich alle Ältesten Israels, gingen zu Samuel nach Rạma
5 und sagten zu ihm: „Sieh mal, du bist alt geworden und deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen.
Setz doch einen König als Richter für uns ein, wie ihn alle anderen Völker auch haben.
Obwohl Jehova sie deutlich warnte, welche Folgen es für sie haben würde,
wollten sie lieber eine König, wie auch die umliegenden Völker einen hatten.
1.Samuel 8:7-9
7 und Jehova sagte zu Samuel:
„Hör auf alles, was das Volk zu dir sagt.
Denn sie haben nicht dich abgelehnt, sondern mich –
mich haben sie als ihren König abgelehnt.


8 Von dem Tag an, als ich sie aus Ägypten herausführte,
bis heute ist es immer das Gleiche gewesen:
Immer wieder verlassen sie mich und beten andere Götter an.
Und so machen sie es jetzt auch mit dir.
9 Hör auf sie, aber warne sie auch in aller Deutlichkeit!
Teil ihnen mit, was der König, der über sie regieren wird, rechtmäßig fordern darf.“
Sie lehnten Jehova als ihren Herrscher und König ab!
Das muß Jehova sehr enttäuscht haben.
Doch er ließ es jahrhundertelang zu, damit das Volk selber Erfahrungen sammelt.
Liebe Grüße von Ziska

„Ist Weltfrieden möglich?

Weltfrieden ist möglich. Er wird ganz sicher kommen – aber nicht so, wie es viele erwarten.“


:Herz2: “Jehova hat die Menschen erschaffen,
weil er die Freude am Leben mit anderen teilen wollte.“
:Herz2:
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Re: Die Entstehung des AT

Beitrag von Helmuth »

Meine Herleitung verfolgte einen anderen Zweck. Ich wollte zeigen, dass mit dem zunehmenden Verfall des Volkes Gott neue Weg gehen musste um sein Wort zu erhalten. Das Thema Gott oder König stand nicht im Fokus.

Mit einem gottesfürchtigen König wie David war es aber auch wieder möglich und die Priesterschaft unter ihm diente ihm durch Losentscheid. Also war Gott wieder im Spiel.

Es hielt nur nicht lange und das Volk spaltete sich. Jetzt war die Fragr wie die Schriftpfelge weiter erhalten bleibt. Es maßten sich im Nordreich Götzendiener an Priester des Höchsten zu sein und auch das Südreich ging diesen Weg, zwar langsamer, aber am Ende verwarf Gott das gesamte Volk.

Ich denke, dass Gott nun seine Propheten eingesetzt hatte, egal aus welchem Stamm, Hauptsache sie waren aus Israel. Der erste, der auch noch Richter und Prophet zugleich war, war Samuel aus dem Stamm Ephraim.

Er wuchs schon als kleiner Knabe im Heiligtum des Priesters Eli auf und ich denke, dass er so auch schriftkundig wurde, denn wenn auch die Priester begannen abzufallen, so war das Schrifttum noch erhalten geblieben. Es gab auch noch die Bundeslade mit den Steintafeln, die Gott selbst geschrieben hatte.

Was ich sagen will, es gab mit der Zeit eine breitere Streuung indem nun auch die Worte der Propheten als neue Worte Gottes und auch Schreiber hinzugekommen sind. Und überdies wollte Gott die Heilsgeschichte weiter schreiben lassen. Sie endete nicht mit der Torah.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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