Ein heiliges Leben

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Magdalena61
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Ein heiliges Leben

Beitrag von Magdalena61 »

1. Thess.4,3; 7 (NLB): Gott möchte, dass ihr heilig seid; deshalb sollt ihr nicht unzüchtig leben.
Gott hat uns dazu berufen, heilig zu leben, und nicht, ein unreines Leben zu führen.

Hebr. 12,14 (NLB): Versucht, mit allen Menschen in Frieden zu leben, und bemüht euch, ein heiliges Leben nach dem Willen Gottes zu führen, denn wer nicht heilig ist, wird den Herrn nicht sehen

2. Kor. 7,1 (NLB): Weil wir diese Zusagen haben, liebe Freunde, wollen wir uns von allem reinigen, was unserem Körper oder unserem Geist schaden könnte. Denn wir fürchten Gott; deshalb streben wir nach einem geheiligten Leben. 

1 Petr. 1,16 (NLB): »Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin!«
Die Bibel nennt das Bemühen, schlechte Denkweisen und Gewohnheiten abzulegen und immer weiter in den Willen Gottes hinein zu wachsen: Heiligung.

Im modernen Christentum gibt es die Tendenz zu einer "billigen Gnade" : Mehr oder weniger wird das Bild vermittelt, mit der Annahme der Sündenvergebung im Glauben sei alles erledigt und man müsse sich nicht mehr so besonders viel Mühe geben, ein heiliges Leben zu führen, denn man könne es ja doch nie zur Vollkommenheit bringen darin.

Ein Christ, mit dem ich kommunizierte, schrieb mir einmal: "Ich glaube die Vergebung der Sünden ist das eine; dass die aber nicht automatisch kommt, sondern erst durch die Hingabe an Gott, durch Reue, durch Annahme des Glaubens, das fehlt mir ein wenig."

Ist es so?

Ein heiliges Leben führen... das klingt ja schon gut und es tut bestimmt auch gut. Aber: Sind wir da, wo wir nach dem Willen Gottes sein sollen?

Haben wir schon aufgegeben?
LG
God bless you all for what you all have done for me.
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Isai
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Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Isai »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 30. Apr 2026, 01:05 Ein Christ, mit dem ich kommunizierte, schrieb mir einmal: "Ich glaube die Vergebung der Sünden ist das eine; dass die aber nicht automatisch kommt, sondern erst durch die Hingabe an Gott, durch Reue, durch Annahme des Glaubens, das fehlt mir ein wenig."

Die echte Umkehr, das Lossagen vom alten Leben, fehlt so oft.


Magdalena61 hat geschrieben: Do 30. Apr 2026, 01:05 Im modernen Christentum gibt es die Tendenz zu einer "billigen Gnade" : Mehr oder weniger wird das Bild vermittelt, mit der Annahme der Sündenvergebung im Glauben sei alles erledigt und man müsse sich nicht mehr so besonders viel Mühe geben, ein heiliges Leben zu führen, denn man könne es ja doch nie zur Vollkommenheit bringen darin.

Wenn die obigen Verse oder auch die Briefe gelesen werden, z. B. Kolosser 3, käme man doch schnell zu einem anderen Schluss?
.
So ist jedoch für uns nur Einer Gott, der Vater, aus Dem alles und wir in Ihm
und nur Einer Herr, Jesus Gesalbter, durch Den alles und wir durch Ihn.
1. Korinther 8:6
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Helmuth
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Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 30. Apr 2026, 01:05 Ein Christ, mit dem ich kommunizierte, schrieb mir einmal: "Ich glaube die Vergebung der Sünden ist das eine; dass die aber nicht automatisch kommt, sondern erst durch die Hingabe an Gott, durch Reue, durch Annahme des Glaubens, das fehlt mir ein wenig."

Ist es so?
Wenn das für denjenigen so ist, dann ist das für ihn so. Für mich ist es nicht so. Mir hat Gott alles vergeben und er vergibt mir auch jede weitere Sünde ohne eine weitere Glaubensleistung, denn so klingt das in meinen Ohren. Dass solches aber nicht als Deckmantel der Freiheit missbraucht werden darf, sollte unter uns klar sein.

Ich berichte meine Erfahrung dazu. Die Vergebung Gottes bringt eine immense Freieheit, sie ist eigentlich unvorstellbar, sodass damit allein schon ein geheiligtes Leben beginnt. Aufgrund meiner Vergebung vergebe ich anderen, und genau dies formt mein Herz, nicht durch mich, sondern durch Gott, und bewahrt meine gewonnene Heiligung. In der muss ich wandeln, dann heilige ich mich.

Die erste Heiligung war auch nicht mein Werk, sondern ein Gnadenakt Gottes. An mir obliegt es aber sie zu bewahren, nicht durch Werke, sondern indem ich festhalte, was ich habe, zuallerst z.B. die Vergebung. Sie bewirkt eine Barmherzigkeit, die mein Herz im Umgang mit meinen Nächsten bestimmt. Diese ist hier im Forum nur sehr bedingt vermittelbar, sie zeigt sich aber im realen Umgang im Leben ohne Schminke.

Aber es bedeutet auch eine klare Abgrenzung zu denen, die mich in wieder in mein altes heilloses Leben verstricken wollen, wo auch nicht viel vergeben wurde und Maßstäbe außerhalb Christus gegolten haben. Hier eine gerade Trennlinie vorzunehmen ist auch Bestandteil der Heiligung, denn ich gehöre nicht mehr zu der Sorte, über die Petrus spricht:
1 Petrus 4:3-4 hat geschrieben: Denn die vergangene Zeit ist genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben, indem ihr wandeltet in Ausschweifungen, Begierden, Trunkenheit, Schwelgereien, Trinkgelagen und frevelhaften Götzendienereien; wobei es sie befremdet, dass ihr nicht mehr mitlauft zu demselben Treiben der Ausschweifung, und sie lästern euch.
Wenn ich aber meine, Vergebung bekomme man nicht automatisch, wie es dir ein Christ gesagt hat, dann führt das dazu, dass man weiter knechten müsse, um sich diese Vergebung erst zu verdienen oder sie zu bewahren. Doch so ist man aus der Gnade gefallen, indem man meint, es müsse nun dies und das getan werden. Das wäre nicht mein Glaube. Paulus sagt:
Galater 5:4 hat geschrieben: Ihr seid abgetrennt von Christus, so viele ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.
Dann lässt sich auch diese Frage stellen: Wurde mir überhaupt schon vergeben oder ist mein Leben nur ein Akt der Heuchelei? Das sage ich nicht persönlich, oder nur zu mir, sondern allgemein als Schlussfolgerung zu dem Geschriebenen und jeder beantworte das für sich selbst.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Magdalena61
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Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Magdalena61 »

Ich denke schon, dass jemand, der sich dafür entschieden hat, Gott ernst zu nehmen... der also "zum Glauben kommt", die volle Sündenvergebung erhält.

Die Frage ist halt, wie wir dann weitermachen. Wir leben ja weiterhin in dieser Welt, jeder hat seinen Alltag.

Wenn ich mir mein Leben so anschaue, frage ich mich, ob es "heilig genug" ist für Gott. Und da erhoffte ich mir einige Impulse von Geschwistern. Wir gehen doch alle denselben Weg.
LG
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Lena
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Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Lena »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 30. Apr 2026, 15:35 Wenn ich mir mein Leben so anschaue, frage ich mich, ob es "heilig genug" ist für Gott.
Christus ist uns zur Heiligung gemacht. Das ist genug. Es ist vollbracht.
Wir müssen uns prüfen ob wir in Christus leben. Wenn ja, dann haben
wir den Wunsch und die Sehnsucht von ihm geheiligt zu werden.
Das Herzbüchlein zeigt das Herz des Menschen in dem der Heilige wohnt.
Alles unreine muss weichen.
1.Kor. 1,30.31 hat geschrieben:Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der für uns zur Weisheit wurde durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf dass gilt, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!«
2.Kor. 13,5 hat geschrieben:Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Wenn nicht, dann wäret ihr ja nicht bewährt.
Kol. 1,27 hat geschrieben:Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
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Helmuth
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Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 30. Apr 2026, 15:35 Ich denke schon, dass jemand, der sich dafür entschieden hat, Gott ernst zu nehmen... der also "zum Glauben kommt", die volle Sündenvergebung erhält.
Alles andere wäre in meinen Augen antichristlich oder einfach wider Gottes Zusagen. So würde Satan zu uns reden und uns verunsichern. An der Zusage Gottes halte fest und danke Gott jeden Tag, dass Jesus deine Sünden für dich getragen hatte, gestern, heute und auch morgen.
Magdalena61 hat geschrieben: Do 30. Apr 2026, 15:35 Wenn ich mir mein Leben so anschaue, frage ich mich, ob es "heilig genug" ist für Gott. Und da erhoffte ich mir einige Impulse von Geschwistern. Wir gehen doch alle denselben Weg.
Au weia, das fragst nicht nur du dich. Es gibt Tage, da fühle ich mich derart schäbig, dass ich mich verkriechen möchte. Aber es bauen auch mich dann meine Geschwister wieder auf. Ich bin an sich nicht labil, aber wenn ich so meine Sünden betrachte, dann sehe ich mich nicht heilig. Gott sein Dank aber hat Gott einen anderen Blick auf mich. Auf seine Gnade baue ich jeden Tag.

Klar, es gibt immer Dinge, die gehören noch ausgeräumt. Bei dem einen sind es sexuelle Gelüste, die ungestillt schlummern, ein anderer bemisst dem Geld oder seiner Stellung noch zu viel Bedeutung, so mancher kämpft mit der Vergebung und hat öfter als ihm lieb ist Groll im Herzen, andere wieder schaffen es nicht die Lüge konsequent abzulegen, mancher erliegt öfter als er sollte dem Alkohohl, manche schaffen es nicht sich mehr zu freuen, ja man könnte hier noch lange fortsetzen.

Ich meine, so geht es uns allen, aber ich denke auch eines. Schon die Bewusstmachtung, dass man noch diesen oder jenen Makel hat, zeigt, dass der Heilige Geist in dir nicht umsonst arbeiet, da es dein Gewissen belastet. Gefährlich halte ich die Haltung, welche meinen ihre Heiligkeit wäre schon abgeschlossen und es mangle ihnen an nichts mehr. Ihr Gewissen haben sie abgestumpft.

Ich denken von diese Sorte waren die Schriftgelehrten und Pharisäer, die es nicht für notwendig gesehen haben sich als Sünder zu sehen und der Erlösung zu bedürfen und auch der täglich erteilten Gnade. Sie hatten Mose und die Thora, wonach sie zu leben glaubten und sie beteten wie es Jesus hier beschreibt:
Lukas 18:11-12 hat geschrieben: Der Pharisäer trat hin und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.
Dem stellt er einen Zöllner gegenüber:
Lukas 18:13 hat geschrieben: Der Zöllner aber, von fern stehend, wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
Dazu stelle dir diese Frage: Welcher der beiden bist du? Der Pharisäer oder der Zöllner? Bist du der Zöllner, hat dir Gott schon vergeben und er wird dir auch weiter helfen. Dem anderen kann er nicht helfen und er bleibt in seiner Sünde. Wenn es dich erbaut, dann dieses Wort noch:
Johannes 9:39 hat geschrieben: Und Jesus sprach: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, damit die Nichtsehenden sehen und die Sehenden blind werden. Einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, hörten dies und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde; nun aber, da ihr sagt: Wir sehen, bleibt eure Sünde.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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