Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Do 12. Mär 2026, 16:53
Sie denkt über Gottes Anweisung nach (Was hat er genau gesagt?) und hört, was die gegenteilige Aussage der Schlange. Die Frau folgt ihrem eigenen Willen anstatt Gott und entscheidet damit zwischen gut und böse.
logisches Problem: Wie kann Eva gut und böse erkennen, bevor sie vom "Baum der Erkenntnis von gut und böse "gegessen hat. Da stimmt was mit der Reihenfolge nicht.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Do 12. Mär 2026, 16:53
Ich kann machen, was ich will. Wenn es nicht Gottes Willen entspricht, schaffe ich es nicht und nur durch sein Eingreifen wurde mir geholfen.
zustimmung. - Dabei die Frage: Was IST eigentlich "Wille"? Aus meiner Sicht eine Folge von Erkennen (sei es intellektuell oder emotional). Erkennen - wollen - entscheiden. --- Beispiel:
Ich habe Zahnschmerzen (erkennen) - ich bin lieber ohne Zahnschmerzen (wollen) - ich gehe zum Zahnarzt (Entscheidung).
Komplizierter: Ich bin sexuell angeregt (erkennen) - ich hätte gerne Sex (wollen) - eine schöne Frau sitzt auf meiner Bettkante. Jetzt wird es schwierig: Was wiegt schwerer: Mein Erkennen, dass ich sexuell angeregt bin, oder mein Erkennen, dass dies nicht gut ist, weil daheim Frau und Kinder warten? - Was setzt sich durch? Sicherlich ist das eine "gut" und das andere "böse", aber es kann schwer sein, das Gute durchzusetzen. Da passt dann Dein "schaffe ich es nicht und nur durch sein Eingreifen wurde mir geholfen". Persönlich habe ich übrigens solche Probleme damit gelöst, dass ich Situationen vermieden, die mich hilflos machen könnten. Also die Türe schließen, dass überhaupt keine auf der Bettkante sitzen kann. Denn WENN sie einmal draufsitzt, wird es echt schwierig.
Adam und Eva: Da ist eine Frucht, die verlockend aussieht (erkennen) - diese würde ich gerne essen, weil das Genuss verspricht (wollen) - die Schlange sagt, dass ich Gott missverstanden habe. Toll - dann kann ja nichts passieren.
Ich hatte mal eine Situation, die hierzu passt: Unsere Enkel übernachten gelegentlich bei uns. Eines morgens um 6 Uhr standen sie in unserer Schlafzimmertür. Meine Frau ist aufgewacht und hat gefragt: "Warum kommt Ihr nicht rein?". - Antwort: "Meine Eltern haben es verboten, ins Elternschlafzimmer zu gehen". - Meine Frau: "Ja - aber das gilt hier nicht. Ihr könnte reinkommen". - Die Enkel freuen sich und kommen rein. - Meine Frau hat hier die Rolle der Schlange gespielt, obwohl sie wirklich keine ist.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Do 12. Mär 2026, 16:53
Nur durch den Satan konnte Hiob sich erst beweisen vor der gesamten Schöpfung.
Musste. - Im Grunde ist "der Hinderer" ein Angestellter Gottes, dem Gott befehlen kann "Das darfst Du, jenes aber nicht". - Satan ist derjenige, der erst Hiob dazu bringen kann, Nähe durch Reibung zu finden. - Insofern ist das eine Vorstufe dessen, was bei Johannes steht: "Der Fürst der Welt kommt". - Weltlich ist Satan der Chef - aber eben nur auf Abruf.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Do 12. Mär 2026, 16:53
Du hast seinen Namen bestimmt nicht ohne Grund hier gewählt.
Ja - weil dies das tiefsinnigste Buch der Bibel ist (mal abgesehen von den Prophetenbüchern). Das, was im Buch Hiob steht, haben auch heute die meisten Christen nicht verstanden.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Do 12. Mär 2026, 16:53
Unser Wille ist nicht frei. Frei von was?
Gemeint ist: Niemand redet einem rein - man sei also verantwortlich. Es ist so typisch menschlich, dass man ständig Verantwortungszuschreibungen braucht.
Wie Sünde ist Schuld Attribut des Menschseins an sich und hat wenig mit dem zu tun, was man säkular (und zum Teil auch in christlichen Theologien) darunter versteht. - Sünde/Schuld ist unvermeidbare Folge davon, dass der Mensch Selbst-Bewusstsein hat ("und sie erkannten, dass sie nackt waren"). Denn in diesem Moment gibt es einen Dualismus zweier Orientierungen (Gott- und Mensch-Orientierung). Das heißt: Beides kann nur übereinstimmen, wenn eines im Anderen aufgeht. Das ist gemeint mit "Dein Wille geschehe".