Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

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Larson
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Larson »

Hiob hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 17:15 Die Tatsache, dass es einen "Baum des Lebens" gibt, der in der PAradiesgeschichte überhaupt keine Rolle spielt, impliziert dies.
Der Mensch wurde ausserhalb des Garten Edens erschaffen, und danach von Gott dort hineingestellt.
Spr 11,30 Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Seelen.
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
Hiob
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Hiob »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 15:52 Wenn man sich darauf einigen könnte, dass ein Problem besteht, wäre schon mal viel gewonnen.
:lol: Dann steht's ja 1 : 0 für uns.
Sara Funkelstein hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 15:56 Zum Verständnis: Da interpretierst du Jesus hinein?
"Baum des Lebens" macht in der christlichen Erzählung keinen Sinn, wenn man ihn nicht mit Jesus in Verbindung bringt.
Sara Funkelstein hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 15:56 An welcher Stelle gibt Gott zu verstehen, dass er den Zustand des Menschen wiederhergestellt haben will - so wie er war, bevor er sich für den Pfad der Erkenntnis entschieden hat?
Im NT gibt es genug Stellen dafür. Im AT geht es mehr um die Erwartung des Messias, durch den dies geschieht. --- Unabhängig davon: Welchen Sinn macht es, den Baum der Erkenntnis hinzustellen, wenn nicht deshalb, dass der Mensch erkenne. Problem: Erkenntnisfähigkeit und Fall sind untrennbar verbunden. Wie logisch wäre es, aus Fall und Erkenntnisfähigkeit keine Schlussfolgerungen zu ziehen?
Larson hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 16:05 Der Mensch wurde ausserhalb des Garten Edens erschaffen, und danach von Gott dort hineingestellt.
Das erste, was ich höre. Gibt es eine Existenzform des Menschen VOR dem Garten Eden.

Unabhängig davon: Garten Eden steht für das, was man auf frommen Bildern der Renaissance dargestellt sieht als der Ort, an dem Löwe und Schaf friedlich nebeneinander ruhen. Also ein Ort, den es naturalistisch gar nicht gibt, der aber als Metapher für den idealen Ort vor dem Fall stehen soll. In diesem Garten stehen zwei Bäume, die es eigentlich nicht braucht, wäre die Schöpfung mit dem Garten Eden erledigt: Der Baum der Erkenntnis, weil dessen Sinn ausschließlich ist, dass man den Garten verlassen kann. Und der Baum des Lebens, der überhaupt keine Rolle spielt. Adam weiß nicht mal, dass es ihn gibt - das sagt uns nur der Erzähler. Sinn macht dieser Baum nur in Vorschattung der Rückkehr, nachdem der Fall stattgefunden hat.
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Larson
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Larson »

Hiob hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 16:18 Das erste, was ich höre. Gibt es eine Existenzform des Menschen VOR dem Garten Eden.
1.Mo 2,8 Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.
Hiob hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 16:18 Das erste, was ich höre. Gibt es eine Existenzform des Menschen VOR dem Garten Eden.
1.Mo 2,8 Und Gott der HERR יְהוָ֧ה אֱלֹהִ֛ים (JHWH ʽĕlohijm) pflanzte einen Garten in Eden גַּן־בְעֵ֖דֶן (gan‾ vᵉʽEdën) (im) Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.
Hiob hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 16:18 Der Baum der Erkenntnis, weil dessen Sinn ausschließlich ist, dass man den Garten verlassen kann.
Wie kommst du zu diesem Schluss (ich kann ihn nicht wirklich nachvollziehen)?
Hiob hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 16:18 Und der Baum des Lebens, der überhaupt keine Rolle spielt. Adam weiß nicht mal, dass es ihn gibt - das sagt uns nur der Erzähler.
Woher willst du wissen, ob Adam nichts davon wusste? Warum sollte er davon „essen“, er hatte ja das Leben schon:
1.Mo 2,7 Und Gott der HERR יְהוָ֨ה אֱלֹהִ֜ים (JHWH ʽĕlohijm) bildete den Menschen הָֽאָדָ֗ם (hāʽĀdām) , Staub von dem Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele.
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Hiob »

Larson hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 16:29 Hiob hat geschrieben: ↑Mo 9. Mär 2026, 16:18
Der Baum der Erkenntnis, weil dessen Sinn ausschließlich ist, dass man den Garten verlassen kann.
Wie kommst du zu diesem Schluss (ich kann ihn nicht wirklich nachvollziehen)?
Adam und Eva sind im Garten Eden und nichts Böses kann passieren. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. - Warum steht dann dieser Baum der Erkenntnis da? Manche sagen, weil Gott den Menschen prüfen wolle. Warum eigentlich? Es wäre komplett unnötig, wenn es nur darum ginge, dass man seinen Paradies-Trott durchzieht. - Also könnte es einen anderen Grund geben - bspw. dass der Mensch von einem fühlenden geistigen Kind zu einem reflexiv-erkenntnisfähigen Menschen wird. Und das kann er innerhalb des Paradieses nicht werden. Deshalb der Baum als Schleuse in das Reich, in dem es gut und böse gibt.
Larson hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 16:29 Woher willst du wissen, ob Adam nichts davon wusste?
Gott sagte es ihm nicht - im Gegensatz zum baum der Erkenntnis. Hätte Adam zufällig vom Baum des Lebens gefuttert, hätte er es gar nicht gemerkt, weil dieser Baum noch gar nicht aktiviert war. Der Baum des Lebens macht erst nach dem Fall Sinn.
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