Abischai hat geschrieben: ↑Mi 18. Feb 2026, 13:40
"Ivrit" ist das sog. "Neuhebräisch", die heutige Amtssprache in IL, eine moderne Form, die etwas abgewandelt, auch viele moderne Begriffe integriert hat, die es im "Hebräischen" nicht gab.
Korrekt. Es wurde dabei allerdings der Altbestand samt Grammatik erhalten. D.h. ein Wort, dass es schon gab, wurde nicht neu kreiert, sieht man von raren Ausnahmen ab. Aber ein Auto oder einen Franzosen gab es zu Moses Zeiten nicht, also wurden dazu neue Vokabel gebildet und ins Ivrit aufgenommen.
Abischai hat geschrieben: ↑Mi 18. Feb 2026, 13:40
Bei biblischem Hebräisch ist weniger wichtig - wenn auch interessant - wie es ausgesprochen worden sein mag, sondern die Schrift, die uns überliefert wurde. Durch die späte Vokalpunktierung ist es überhaupt erst mal möglich zu erahnen, wie das damals ausgesprochen wurde, ...
So auch mein Wissensstand. Bei gleichen Wurzeln muss aber der Kontext untersucht werden und hier haben die Masoreten gute Arbeit geleistet, dass man solche Worte auch unterschiedlich ausgesprochen haben musste.
Abischai hat geschrieben: ↑Mi 18. Feb 2026, 13:40
Es waren Kinder ihrer Zeit, nicht unbedingt gesalbte Schrifthüter, die mt ihrem Leben für die Echtheit der Schrift einstanden...
Es ist für die Texterhaltung grundsätzlich unerheblich, ob man glaubt oder nicht glaubt. Die Sprachwissenschaft basiert auf Fakten und Daten, nicht auf Glauben. Du darfst aber davon ausgehen, dass ein Jude, ob nun Typ Pharisäer und Schriftgelehrter oder Paulus keinen Heiden an eine Original-Rolle herangelassen hätte. Paulus nicht um des Wort Gottes willen und ein Pharisäer nicht um des Buchstabens willen.
So ist auch der hebräische Tanach ganz anders entstanden als das NT. Das NT ist im Grunde ein Sauhaufen, den man bis heute noch nicht korrekt geordnet und korrekt kanonisiert hatte. Die Festlegung eines Kanons im 4. Jh war eine willkürliche Entscheidung völlig entgegen der Tradition der Schriftpflege wie Juden damit umgegangen wären.
Aus dem Grund war die LXX, die für Juden niemals Anerkennung findet, für Christen aber jahrhinderte lang wichtiger als der masoretische Text. Einige Wirrnisse finden wir stellenweise nun im NT, bis die Masoreten mit der Vokalisierung und auch Kanonisierung fertig waren. Dann wurde das Material auch publik. Neuere NT-ÜS sind so auch besser geworden, als man von der LXX abgerückt ist. Manches ist geblieben
Glaube hin, Glaube her, das AT ist authentischer als das NT, z.B. schon alleine wegen der unnötigen Apokryphen im Tanach, die im Grunde das AT mehr veruneinheitlicht haben als es eben ein festgelegter Kanon ist.